GEW-Sportkommision

Eine Arbeitsgruppe für gewerkschaftlich orientierte Sportlehrer/innen und Sportwissenschaftler/innen
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Arbeitsbelastung von Sportlehrerinnen und Sportlehrern

Bei der Betrachtung der Gesamtarbeitsbelastung aller Lehrkräfte geht die Sportkommission von der Gleichrangigkeit und Gleichwertigkeit aller Unterrichtsfächer aus. 

Dies beinhaltet daher auch die Forderung nach Gleichbehandlung aller Unterrichtsfächer bezüglich der Arbeitszeit. Es muss Schluss mit Äußerungen und Unterstellungen sein, die das Ziel verfolgen, dass Sportlehrerinnen und Sportlehrer im Vergleich zu anderen Lehrkräften eine höhere Unterrichtsverpflichtung ableisten sollen.

In vielfältigen wissenschaftlichen Untersuchungen wurde eine fächerspezifische Abstufung bei der Gesamtarbeitszeit der Lehrerinnen und Lehrer nicht signifikant nachgewiesen. Die Belastung von Lehrkräften ist nicht allein an den Kriterien „Vor- und Nachbereitung“ bzw. „Korrektur“, sondern vielmehr an allen Dimensionen des Unterrichts festzumachen. 

Die spezifischen Anforderungen im komplexen Tätigkeitsfeld von Sportlehrkräften ergeben sich aus dem verpflichtenden Unterricht und den in diesem Zusammenhang stehenden physischen und psychischen Belastungen, sowie der Bewältigung der vielfältigen außerunterrichtlichen Aufgaben. 

Die mehrdimensionale Belastung für das Fach Sport stellt sich im Wesentlichen wie folgt dar:

a. physisch

  • erhöhter Lärmpegel
  • ständig aufzuwendendes hohes Stimmvolumen
  • Auf- und Abbau, sowie Transport von z.T. schwerem Gerät/Material
  • Hilfestellungen
  • Demonstration von Bewegungsfertigkeiten
  • aktive Teilnahme am Unterricht (z.B. Gymnastik/Tanz, Waldläufe, usw.)


b. psychisch

  • ständig erhöhte Aufmerksamkeit wegen der latent vorhandenen Unfallgefahr
  • zunehmend verstärkte Aggression und soziales Fehlverhalten bei Schülerinnen und Schülern
  • häufig wechselnder Ordnungsrahmen im Unterricht
  • erhöhte mentale Anspannung durch die Notwendigkeit, eine Vielzahl von gleichzeitig auftretenden Aufgaben zu bewältigen 
  • zusätzliche Belastung durch doppelt/dreifach belegte Sportstätten
c. zeitlich 
  • erhöhter Aufwand zur Erhaltung körperlicher Fitness und dem Erlernen von Trend-(Schul)sportarten
  • zusätzlicher Aufwand für außerunterrichtliche Aktivitäten (Wettkämpfe,  Sportfeste, AGs, Sportwochen u.a.)
  • Verringerung der Pausen-/Erholungszeiten durch Wegestrecken, Umziehen, Aufsichten in den Umkleiden, Materialvorbereitung,  usw.


Alle diese Faktoren, insbesondere die spezifischen physischen und psychischen Belastungen, stellen ein Äquivalent dar zu andersgearteten Belastungsfaktoren in anderen Unterrichtsfächern (z.B. Korrekturbelastungen), so dass von einer Minderbelastung bei Sportlehrerinnen und Sportlehrern gegenüber anderen Lehrkräften nicht gesprochen werden kann.

Auf Grund der veränderten gesellschaftlichen Bedingungen (die hinreichend bekannt sind und hier nicht nochmals explizit genannt werden müssen) und zusätzlicher Forderungen an die Lehrkräfte bezüglich ihres Aufgabenfeldes fordert die GEW-Sportkommission eine lineare Arbeitszeitverkürzung für alle Lehrerinnen und Lehrer unter Berücksichtigung des Gleichheitsgrundsatzes aller Unterrichtsfächer.
Darüber hinaus soll ein Stundenpool von 5% bis 10% für besonders belastete Kolleginnen und Kollegen bereitgestellt werden.
Wir fordern alle Kolleginnen und Kollegen auf, die genannten Forderungen zu unterstützen.
 
 

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