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Die Zeitschrift der GEW-Bayern ("Die demokratische Schule")
hat in der Juni-Ausgabe 2005 das Thema "Lernen und Bewegung"
zum Schwerpunkt gewählt.

Die Beiträge werden nachfolgend auch hier dokumentiert

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Lernlust ein Ausdruck von Bewegungsfreude 
von Gerburg Fuchs
Ein Plädoyer für die bewegte Schule
von Kerstin Kraus
Sport, Bewegung und Behinderung passt das zusammen?
von Tina Buchberger
Die SPRINT-Studie
Kurzresümee zur Untersuchung zu Sportunterricht in Deutschland
Gegen Ausweitung der Arbeitszeit! Für die Gleichwertigkeit aller Fächer! 
GEW-Sportkommission zur Arbeitszeit und Arbeitsbelastung 
von Erika Busch-Ostermann und Walter Vogel
Berufsfeld Sport 
von Prof. Ilse Hartmann-Tews und Dr. Joachim Mrazek
Lieber motivierte KundInnen als antriebslose SchülerInnen?
Der Gesundheits- und Fitnessbereich als alternatives Berufsfeld
Interview mit dem Diplom-Sportlehrer Joschi Schöberl

 
 
Weitere Beiträge

Merkur-online 11.2. 2005

Das Elend des Schulsports
Wie der differenzierte Sportunterricht auf Null gekürzt wird

München - Der bayerische Schulsport leidet an Schwindsucht. Wurden Anfang der 90er Jahre an Haupt- und Realschule sowie Gymnasien noch bis zu vier Stunden erteilt, so ist das Stundenkontingent zuletzt auf Durchschnittswerte zwischen 2,2 und 2,7 geschrumpft. Und es kommt (im Wortsinn) für die Kinder noch dicker: An Gymnasien wird es wegen gekürzter Sondermittel ab 2005/06 nur noch 2,0 Stunden geben. In einem internen Papier warnt das Kultusministerium bereits, dass die Diskussion um die Kürzung des Sports "erneut entbrennen" wird.

Für ein Gespräch, das Ministerpräsident Edmund Stoiber Mitte Januar mit dem Präsidenten des Bayerischen Landessportverbands, Günther Lommer, führte, hatte das Ministerium alarmierende Zahlen zusammengestellt. Nach Kürzungen, die Mitte der 90er Jahre aufgrund eines Gutachtens der Unternehmensberatung Kienbaum durchgeführt wurden, habe es seit dem Schuljahr 2001/02 einen Aufwärtstrend gegeben. Doch der Effekt werde durch neuerliche Kürzungen von Sondermitteln des Landtags ab dem Schuljahr 2005/06 konterkariert. Es zeichne sich ab, "dass der Aufwärtstrend nicht fortgesetzt werden kann", heißt es in dem vom Referat V.6 (Schulsport) erstellten Papier.

Das ist noch gelinde ausgedrückt. Nach einer Erhebung des Bayerischen Aktionsbündnisses für den Schulsport wird durch die Kürzungen eine bundesweit einmalige Erfindung, der so genannte differenzierte Sportunterricht (DSU), kaputt gespart. DSU bedeutet eine dritte und vierte Pflichtsportstunde, aber nicht in den Basissportarten wie Leichtathletik, Geräteturnen, Fuß- und Handball oder Schwimmen, sondern in anderen Disziplinen. Zwei DSU-Stunden sollten in Haupt- und Realschulen sowie Gymnasien zusätzlich zum herkömmlichen Sport angeboten werden, so dass dann jeder Schüler vier Stunden die Woche gehabt hätte. 37 Sportarten wurden bayernweit - je nach Standort der Schule und geeignetem Trainingsgelände - als DSU in der Schule angeboten: Skilaufen, Golf oder Rudern genauso wie etwa Fechten, Karate oder Triathlon. Besonders wichtig war das für die örtlichen Sportvereine...

Erreicht wurde das hehre Ziel sowieso nie: Das Optimum waren 3,8 Sportstunden, die im Schuljahr 1989/90 an den Hauptschulen stattfanden. Von da an ging es stetig bergab. Wäre der Landtag nicht mit der Bewilligung von Sondermitteln eingesprungen, sähe es schon längst düster aus. Doch zum Schuljahr 2005/06 wurden die 31,1 Millionen Sondermittel um 4,9 Millionen gekürzt. Insider haben schon errechnet, wohin das führt: An Hauptschulen gibt es dann noch 2,3 Sportstunden, an Realschulen und dem neuen G 8 - wo sowieso nur in der 5. bis 7. drei, danach nur noch zwei Sportstunden geplant sind - jeweils nur noch 2,0 Stunden. Letztere Zahl weist das Kultusministerium zurück. 2,2 seien "verpflichtend", alles andere "außer Reichweite", sagt Sprecher Thomas Höhenleitner.

Indes ist am Gymnasium schon jetzt Not und Elend Programm. Eine Unterschreitung des offiziellen Ist-Wertes von 2,7 werde "nicht in allen Fällen vermeidbar sein", hatte der Leiter der Gymnasialabteilung, Peter Müller, bereits am 23. Juli 2004 gewarnt, dies allerdings trotzdem genehmigt. Der Engpass liegt auch daran, dass die Sondermittel offenkundig zweckentfremdet wurden. Sie würden "anderweitig verbraucht", heißt es. Auch das negiert das Ministerium.

Ob hier nicht ein Landtagsbeschluss umgangen wird, steht also dahin - schließlich hatte das Plenum am 14. Juli 1999 auf Antrag der CSU eindeutig beschlossen, dass die "im Haushalt für die Erteilung ... des Differenzierten Sportunterrichts bereitgestellten Mittel auch zur Beschäftigung hauptberuflicher Lehrkräfte verwendet werden".
 
 
 



Weitere Materialien

Situation des Schulsports in Bayern (Walter Vogel, Nov. 2000)

Resolution des bayerischen Aktionsbündnisses für den Schulsport
 


 

 


 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 

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