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Stellungsnahme der GEW-Sportkommission NRW (3.6. 2007)
Offener Brief an die Gesundheitsministerin


Frau Ministerin für Gesundheit
Ursula Schmidt
Friedrichstr. 108
10117 Berlin
 
 
„Deutsche sind die dicksten Europäer“
 

Sehr geehrte Frau Ministerin,

diese Aussage vermag lediglich uninformierte Menschen zu überraschen. 
Seit Jahren wird diese Thematik immer wieder aufgegriffen; es wird gejammert und gestöhnt, Horrorszenarien für die Zukunft werden aufgezeigt und Besserung geschworen.

Bei der Ursachenforschung werden immer dieselben Aspekte genannt:
Bewegungsarmut und Fehlernährung !

Nun könnte man meinen, Ursache erkannt = Problem gelöst.
Hier jedoch drückt der Schuh:

Obwohl die Problematik eindeutig analysiert ist, bleiben die Konsequenzen aus.
Statt die Kenntnis über die Bedeutung von Bewegung zu nutzen und über Kindergärten und Schulen ausreichende Bewegungsangebote zu unterbreiten, wird zugunsten anderer Bereiche gekürzt.

Statt die tägliche Bewegungszeit, wenigstens jedoch die seit Jahrzehnten in der KMK vereinbarten drei Stunden Sportunterricht wöchentlich durchzuführen, werden immer neue Bildungsinhalte in den Aufgabenkanon der Schulen aufgenommen.

Statt durch den Bund Einfluss zu nehmen auf einheitliche Standards zu Bewegungserziehung/Sport und gesunder Ernährung seitens der Länder, wird nach der Föderalismusreform diesen die Möglichkeit zu kürzen bzw. zu streichen nach Belieben gegeben.

So wird sich nichts ändern, vielmehr werden weitere Hiobsbotschaften auf überraschte Politikerohren treffen.

Wir als Sportkommission NRW wünschen uns eine zukunftsorientierte Ausrichtung und bieten dazu unsere Hilfe an.  

Mit freundlichen Grüßen,
 

Erika Busch-Ostermann
Sprecherin der GEW-Sportkommission NRW


 
 
 
 

 

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