![]() |
.... |
....... |
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| START | .. | . |
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
Bundestag
beschäftigt sich mit Schulsport
Die GEW Sportkommission ist ebenfalls der Ansicht: Die SPRINT – Studie darf nicht folgenlos bleiben! Kinder in Deutschland bewegen sich – nicht erst seit kurzem – zuwenig! Der von der SPRINT-Studie prognostizierte Anstieg der Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter ist schon seit langen zu verzeichnen. Natürlich können Kindergärten und Schule nicht alle Defizite des Elternhauses und der Umweltbedingungen auffangen, jedoch sind für den Rahmen der Bildungsangebote qualifizierte und engagierte Kräfte für Bewegungserziehung unabdingbar. Nur leider gibt es bislang immer noch zuwenig und zunehmend unter schlechten Arbeitsbedingungen demotiviertes Personal sowie mangelhaft ausgestattete bzw. fehlende Sportstätten. Auch muss Unterricht insgesamt in der Schule dringend verändert werden: Eine Rhythmisierung des Unterrichts und des Tagesablaufs muss in allen Fächern und Schulformen zur Normalität werden. Ohne Zweifel und vielfältig belegt gehört dazu auch Bewegung im („normalen“) Unterricht (siehe auch „Bewegte Schule“), geeignete Methoden und Untersuchungen, die dieses belegen gibt es ausreichend! Die Tatsache, dass sich viele
Lehrpläne mittlerweile weg vom Sportartenbezug zu einer Bewegungsfeldorientierung
hin bewegen, wird von der GEW-Sportkommission ausdrücklich begrüßt.
Nur so ist es möglich, gerade den Kindern und Jugendlichen, die nicht
von Haus aus sportbegeistert sind, im Rahmen vielfältiger Angebote
einen geeigneten Zugang zur Bewegung zu vermitteln.
Die Freistellung von qualifizierten
Kräften für die Nachwuchsförderung ist sicherlich ein guter
Weg, sofern ausreichend Personal für den Alltagsbetrieb mit täglichen
Bewegungsstunden in den Schulen verbleibt! Dies gilt entsprechend für
Initiativen zur Integration von Behinderten und Nichtbehinderten - entsprechend
qualifiziertes bzw. fortgebildetes Personal und ausreichende Stunden- und
Raumkapazitäten müssen bereitgestellt werden.
Die Ausweitung von Schulsportwettkämpfen macht aus gesundheitserzieherischer Sicht wenig Sinn. Hier werden Ressourcen gebunden, die dringender benötigt werden. Die schon angesprochene Kooperation von Schule und Verein, auch im Rahmen von Ganztagsangeboten, könnte sich hier für beide Seiten auch im Wettkampfwesen als förderlich erweisen. Sport- und Kultusminister stehen in der Pflicht, schnellstmöglich dafür zu sorgen, dass Gesundheitsförderung, Vermittlung von sozialen Kompetenzen und Leistung (in dieser Reihenfolge!) vorrangige Zielvorgaben der Länder werden. Die Bundesregierung kann gerne weiterhin Schulfitness-Projekte unterstützen, allerdings ist vorrangig eine ausreichende Zahl von Lehrkräften anzustellen sowie Mittel für ausreichende und gut ausgestattete Sportstätten für den täglichen Unterrichtsbetrieb bereit zu stellen!
Stellungnahme zum FDP-Antrag:
"SPRINT-Studie des Deutschen Sportbundes darf nicht folgenlos bleiben –
Jetzt bundesweite Wende im Schulsport einleiten"
Die FDP will die Wende im
Schulsport einleiten. Aufgeschreckt durch die Schulsportuntersuchung
"Sprint", die in den Jahren 2004/2005 in mehreren deutschen Bundesländern
durchgeführt wurde, greift sie verschiedene bekannte Problemlagen
auf:
Die Bedeutung des Schulsports
gewinnt vor diesem Hintergrund zentrale Bedeutung:
Der Antrag enthält viele richtige Beschreibungen, die seit langem bekannt sind und die in den letzen Jahrzehnten(!) nicht nur von Sportpädagogen, sondern auch vom Deutschen Sportbund, den Sportlehrerverbänden, der GEW-Sportkommission, Sportmedizinern und zahlreichen Initiativen für mehr Bewegung in der Schule gestellt worden sind. Auch von politischer Seite
ist die Situation des Schulsports (in Reden) vielfach aufgegriffen worden.
Solche Anträge sind sicher nicht schädlich, da sie helfen den Schulsport ins Blickfeld zu rücken. Als entlarvend müssen allerdings die Konsequenzen betrachtet werden, die aus den diagnostizierten Zuständen gezogen werden. „In 16 Bundesländern gibt es acht Zielvorgaben für den Schulsport. Die Tatsache, dass die Lehrpläne immer weiter bewegungsfeldorientiert ausgerichtet sind, ist besorgniserregend. Traditionellen Sportarten, wie beispielsweise der Leichtathletik, droht dadurch der Verlust des überlebenswichtigen Nachwuchses aus den Schulen. Denn auch die Förderung und Entdeckung besonders begabter Kinder gehört zur Aufgabe des Schulsports." Über die unterschiedlichen
Zielvorgaben kann man sicher streiten, aber das ist Ergebnis der föderalen
Struktur der BRD.
Wenn die Autoren des FDP-Antrages die Sprint-Studie sorgfältig gelesen hätten, müsste ihnen auch aufgefallen sein, dass gerade die Beschränkung auf die "traditionellen" Sportarten bei Schüler/innen wenig Zustimmung findet. Attraktiver Sportunterricht muss sich neuen Sportarten und Bewegungsformen öffnen, aber auch den "alten", die gerade in den neuen Lehrplänen in ihrer pädagogischen Relevanz wieder entdeckt werden (z.B. der Bereich Ringen und Raufen, Klettern, Tanzen). Wenn man die Autoren ernst nehmen will, so hätte es ja zu Zeiten in denen ausschließlich die traditionellen Sportarten im Schulsport vertreten waren, die Probleme des Schulsports nicht geben dürfen. Das ist aber nicht der Fall. Fast alle didaktischen Entwürfe der letzten Jahre sind deshalb an Bewegungsfeldern orientiert, in denen sowohl die traditionellen Sportarten, aber auch die neuern Berücksichtigung finden. Außerdem plädieren die Trainingswissenschaftler der einzelnen Sportarten immer mehr dafür eine qualifizierte allgemeine sportliche Grundausbildung zu leisten und nicht einzelne Sportarten in den Vordergrund zu rücken. Es ist auch nicht Aufgabe
des Schulsports den Nachwuchs für die Vereine zu rekrutieren. Bewegungserziehung
ist ein eigenes Bildungsziel, das zunächst einmal unabhängig
von den Vereinen zu strukturieren und zu vermitteln ist.
Gerade die einseitige Betonung
eines bestimmten Sportverständnisses (Leistung, Gesundheit) hat dazu
geführt, dass viele Kinder und Jugendliche dem Schulsport reserviert
gegenüber standen. Dabei ist natürlich selbstverständlich,
dass die Perspektiven "Leistung" und "Gesundheit" im Sport einen wichtigen
Stellenwert (neben anderen, z.B. Körpererfahrung, Abenteuer/Wagnis/Risiko,
Kooperation ) haben. Zudem zeigt das Bespiel Leichtathletik, dass man das
pädagogische Potenzial des Laufens, Werfens und Springens verspielt,
wenn es auf die traditionelle wettkamporientierte Leichtathletik be-schränkt
wird. Das hat übrigens auch der Deutsche Leichtathletikverband längst
erkannt, der in seinen Konzepten zur Kinder- und Schulleichtathletik seit
Jahren schon einen "bewegungsfeldorientierten Ansatz" vertritt, auch wenn
er ihn nicht so bezeichnet.
Die von der FDP gezogenen
Konsequenzen sind zumindest in diesen zentralen Punkten absolut rückwärtsgewandt
und berücksichtigen nicht die neueren sportdidaktischen Erkenntnisse
der Sportwissenschaft. Sie zielen einseitig auf einen am Leistungssport
ausgerichteten Schulsport, der in dieser ausschließlichen Form, nach
unserer Auffassung, abzulehnen ist.
Weitere Positionen und Forderungen
-
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
![]()
Sportkommission