Stellungnahmen/Diskussionsbeiträge
der GEW-Sportkommission
Eine Veranstaltung von
der keiner spricht
Nationale Auftaktveranstaltung
zum „Europäischen Jahr der Erziehung durch Sport 2004 in Leipzig
„Sport ist genauso wichtig
wie kognitive Fächer!“
Mit dieser viel versprechenden
Feststellung eröffnete Frau Bulmahn, Bundesministerin für Bildung
und Forschung, die Auftaktveranstaltung „Europäischen Jahrs der Erziehung
durch Sport 2004“ am 19. Januar in Leipzig.
Obwohl es genügend Repräsentanten
des Sports auf den verschieden Ebenen des DSB (Deutscher Sportbund), der
privaten wie staatlichen Bildung und der Verbände gibt, war diese
nationale Eröffnungsfeier eher dürftig besucht. Sollte es etwa
am mangelnden Interesse für den Sport ganz allgemein liegen? Nach
den Worten der Ministerin bewirken der Sport und insbesondere der Schulsport
vielfältige positive Transfereffekte, die allerdings kaum spürbare
finanzielle Unterstützung in konkreten Maßnahmen wie Sicherung
der 3. Sportstunde pro Woche in weiterführenden Schulen, der Einstellung
qualifizierter Sportlehrkräfte etc. finden. Auch die bundesweit 4
Milliarden Euro, die in den kommenden 5 Jahren für Baumaßnahmen
im Ganztagsschulbereich zur Verfügung stehen, sind noch kein Qualitätsmerkmal
für „packenden, ansprechenden Schulsport“.
Für eine neue Lernkultur-
und Lehrkultur spricht sich die Ministerin aus, die auch den Schulsport
durch innovative Ideen stärken soll. „Bildungsziele, die durch den
Schulsport erzielt werden, wie z.B. Teamgeist, Durchhaltevermögen,
Wille zum Gewinnen etc. finden ihren positiven Niederschlag in anderen
kognitiven Fächern.“ Gerade diese gewonnenen Fertigkeiten gelte es
zu verknüpfen!
Tja, das klingt wirklich
vortrefflich! Aber weit ist es mit dem Sport nicht gediehen, wenn erst
ein europäisches Jahr des Sport organisiert werden muss, damit diese
Werteerziehung, die durch Sport stattfinden kann und seit Jahrzehnten
wissenschaftlich belegt ist, endlich einmal Gehör findet!! Nur – gehört
wurde diese positive Bilanz, die der Schulsport zur Werteerziehung in den
Schulen beiträgt, kaum, denn in der überregionalen Presse wurde
diese gut gemeinte nationale Auftaktveranstaltung für den Sport gar
nicht erst erwähnt und selbst die Pressestelle der Stadt Leipzig vermeldet
dazu: nichts! Schade!
Unser Fazit:
Was wir schon lange wussten:
Es muss sich etwas ändern!
Ob sich etwas ändert?
Und wenn ja, wo und wie?
Heike Hauck
Siegfried Eith
GEW-Sportkommission
Eine Veranstaltung von
der keiner spricht
Nationale Auftaktveranstaltung
zum „Europäischen Jahr der Erziehung durch Sport 2004 in Leipzig
Bekommt der Sport und besonders
der Schulsport endlich seine Stellung in der Öffentlichkeit, in der
Schule, die er nach Meinung vieler Experten gerade nach PISA einnehmen
kann, muss und soll?
Um diese zentrale Frage drehte
sich fast alles bei der Auftaktveranstaltung zum „Europäischen Jahr
der Erziehung durch Sport“ in Leipzig. Egal ob bei der Podiumsdiskussion
mit Vertretern aus Politik und Sport oder in den verschiedenen Arbeitskreisen,
immer ging es um Werteerziehung im Sport, im Sportunterricht.
Dass sich etwas im Bildungssystem
ändern muss, war allen Beteiligten klar. Wie und wo können Änderungen
stattfinden, welche Rolle soll dabei der Schulsport einnehmen?
Darüber wurde trefflich
und lange diskutiert.
Neues hat diese Auftaktveranstaltung
nicht gebracht. Alle Argumente zur Position des Schulsports, seine Möglichkeiten
bei der Suche nach der neuen besseren Schule sind unserer Meinung nach
weitgehendes ausgereizt.
Unser Fazit:
Was wir schon lange wussten:
Es muss sich etwas ändern!
Ob sich etwas ändert?
Und wenn ja, wo und wie?
Auch für uns eine spannende
und interessante Frage!
Nicht nur für das Jahr
2004!
Wir sind auf die ersten
Ergebnisse gespannt.
Hoffentlich fallen sie positiv
für den Schulsport aus- Skepsis bleibt!
Für uns – die GEW Sportkommission
-gilt es die vielen Absichtserklärungen des Europäischen Jahres
der Erziehung durch Sport in die Tat umzusetzen. Sonst bleiben sie nur
schöne Sonntagsreden.
Heike Hauck
Siegfried Eith
GEW-Sportkommission
Weitere
Informationen
Auftaktveranstaltung in Leipzig
"Europäisches Jahr Erziehung durch
Schulsport"
Detlev Kuhlmann Freie Universität
Berlin sieht eine Zusammenhang zwischen Erziehung und Sport und formuliert:
Erziehung zum Sport – Erziehung
durch Sport
Er stellt fünf Handlungsebenen
vor:
Wer Sport mit Erziehung verbindet
muss auch nach weiteren Verbündeten suchen, die für die pädagogischen
Möglichkeiten offen sind:
Akzeptanz
Wer Sport mit Erziehung
verbindet muss dafür Sorge tragen, dass der Sport nicht aus den Lern-
und Lebensräumen verschwindet.
Legitimation
Wer Sport mit Erziehung
verbindet muss auch sein Personal (die Erziehungsbereiches stark) machen.
Qualifikation
Wer Sport und Erziehung
miteinander verbindet muss auch seine Beiträge markant positionieren,
aber ebenso auf bestehende Defizite aufmerksam machen.
Evaluation
Wer Sport mit Erziehung
verbindet und ein Europäisches Jahr proklamiert, muss auch nach Möglichkeiten
suchen, das Anliegen über das Ende des Jahres 2004 hinaus zu sichern.
Nachhaltigkeit
Als ein Negativbeispiel
stellt er den Untersuchungsbericht „ Bildung neu denken – Das Zukunftsprojekt“
von .... vor. Obwohl hochkarätige Professoren aus unterschiedlichen
Wissenschaftsbereichen daran mitgearbeitet haben, kommt der Sport daran
nicht vor.
Mit dem Zusammenhang zwischen
Erziehung zum Sport und durch Sport und dieser Wechselwirkung beschäftigt
er sich ausführlich.
Er geht auch auf die Ergebnisse
des ersten Deutschen Kinder- und Jugendsportbericht ein.
In der Podiumsdiskussion
stellen allen PodiumsteilnehmerInnen den Wert des Schulsports heraus, eine
neue Schule mit neuen Inhalten wird gefordert, der Gesamtschule am ehesten
die Chance eingeräumt, die bestehenden Defizite auszugleichen. In
dieser Schulform kann nach ihrer Meinung der Schulsport eine zentrale Rolle
bei den zusätzlichen begleitenden Angeboten spielen, eine Kooperation
zwischen Schule und Verein ist wünschenswert, aber die Schule
und die Schullehrkräfte sind von Übungsleitern und Trainer nicht
zu ersetzen.(Manfred v. Richthofen)
Auch die schlechte finanzielle
Situation der Städte und Gemeinden und den daraus resultierenden bedenklichen
baulichen Zustand vieler Sportstätten und die Schließung von
Schwimmbäder kommt zur Sprache.
Im Arbeitskreis „Werteerziehung
durch Schulsport“ wird am Beispiel von FairPlay die Möglichkeiten
dieses Faches aufgezeigt. Der Vertreter der Bundeselternschaft (Mario Sander
Brandenburg) stellt die Möglichkeiten von Eltern bei der Werteerziehung
vor, zeigt Möglichkeiten der gegenseitigen Zusammenarbeit vor und
stellt Forderung an Ziele und Inhalte an einen guten Schulsport.
In der anschließenden
Diskussion werden Möglichkeiten der Umsetzung dieser Ziele diskutiert,
den TeilnehmerInnen ist klar, Änderungen sind nur langfristig möglich
und durch gemeinsame Anstrengungen aller Beteiligten möglich. Werteerziehung
darf nicht dem Schulsport allein überlassen bleiben. Schulsport muss
sich öffnen, die Qualifizierung von Sportlehrkräfte ist dafür
eine wichtige Grund
Version 2
Auftagveranstaltung „Europäisches
Jahr der Erziehung durch Sport 2004“ am 19. Januar 04 in Leipzig
Hochgradig war die Podiumsdiskussion
bei der Auftaktveranstaltung des Europäischen Jahrs der Erziehung
durch Sport besetzt, Vertreter /innen aus Politik, der Sportverbände
und des Europäischen Rates diskutierten wie den dieser Zusammenhang
zwischen Erziehung und Sport zu bewältigen sei.
Für die Bildungsministerin
Frau Buhlmann sind dafür Ganztagesschulen eine wichtige Voraussetzung,
durch zusätzliche sportliche Angebote besonders in den Mittagsstunden
erfahren die Kinder ihre Schule positiv. Sie stellte die finanziellen Anstrengungen
des Bundes für diesen Schultyp in den Mittelpunkt ihrer Ausführungen.
Der DSB Präsident Manfred von Richthofen plädiert für
eine sinnvolle Kooperation zwischen Schule und Verein. Dabei soll dies
unter der Federführung der Schule und deren Lehrkräfte geschehen,
der organisierte Sport mit seinen TrainerInnen und ÜbungsleiterInnen
kann und soll keine „Ersatzlehrkräfte“ darstellen. Gemeinsam mit dem
Oberbürgermeister der Stadt Leipzig Tiefensee beklagten sie die katastrophale
finanzielle Situation der Städte und Gemeinden. Wenn Komunnen ihre
Sportstätten nicht mehr unterhalten können, wenn z. B. Schwimmbäder
aus diesem Grund geschlossen werden müssen, deswegen Sportangebote
wegfallen, kann sind davon besonders Jugendliche betroffen.
Die besonderen Werte des
Sports wurde immer wieder angesprochen.
Prof. Detlev Kuhlmann von
der Freien Universität in Berlin stellte in seinem Grundsatzreferat
den Zusammenhang zwischen Erziehung und Sport heraus.
Unter dem Motto: Akzeptanz
– Legitimation – Qualifikation – Evaluation – Nachhaltigkeit untersuchte
er, wie sich diese Bereiche als Handlungsstränge für dieses Europäische
Jahr umsetzen lassen.
Völlig unverständlich
ist für ihn die Tatsache, dass in dem umfangreichen Forschungsbericht
„Bildung neu denken – Das Zukunftsprojekt“ an dem viele Professoren aus
unterschiedlichsten Wissenschaftsbereichen mitgearbeitet haben, das Wort
Sport überhaupt nicht auftaucht.
In den Nachmittagsveranstaltungen
wurde in unterschiedlichen Arbeitskreisen genauer untersucht, wie und wo
diese Werteerziehung durch Sport erreicht werden kann.
In allen Bundesländern
werden Veranstaltungen unter diesem Motto stattfinden, Grund für die
GEW – Sportkommission sich aktiv in solche Veranstaltungen einzubringen
und dort ihre Positionen zum Schulsport einzubringen.
Unser persönliches erstes
Fazit:
Dieses Jahr ist ein ehrlicher
Versuch auf Sport und hier ganz besonders Schulsport und seine vielfältigen
Möglichkeiten aufmerksam zu machen. Ob und wie dies in den einzelnen
Vorhaben geschieht ist sicherlich eine interessante Geschichte. Lohnend
eigentlich für alle die in Bildungseinrichtungen aktiv sind.
Weitere Informationen zum
Thema unter www.ejes2004.de
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