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Pressemitteilung GEW-Hamburg vom 29. August 2003
 

Jahr des Schulsports eröffnet
Aber die Misere des Schulsports hat sich weiter verschärft

Was für ein Widerspruch! Da wird öffentlichkeitswirksam durch den Ersten Bürgermeister mit einem großen Fest das Jahr des Schulsports eröffnet. Und gleichzeitig hat der Senat durch das Arbeitszeitmodell die Rahmenbedingungen für die sportpädagogische Arbeit drastisch verschlechtert.

Mit dem Arbeitszeitmodelle erfahren die Sportlehrkräfte eine Diskriminierung und Abwertung ihrer fachlichen Arbeit.  Die unbegründet geringe und realitätsferne Faktorisierung des Faches Sport führt für viele KollegInnen zu einer drastischen Erhöhung ihrer Unterrichtsverpflichtung. Für die Organisation und Durchführung außerunterrichtlicher Veranstaltungen, die bisher gern und freiwillig geleistet worden sind, bleibt einfach keine Zeit mehr. Die Tätigkeit der Sportlehrkräfte wird sich zwangsläufig auf das Halten von Unterricht beschränken müssen. Das bedeutet konkret: Hamburgs SportlehrerInnen haben ihre Mitarbeit am Jahr des Schulsports aufgekündigt, schulübergreifende Sportwettkämpfe können nicht mehr ausgerichtet werden. So nimmt Hamburg zum ersten Mal nicht an "Jugend trainiert für Olympia" teil. Die Hamburger Meisterschaften werden ebenfalls nicht mehr beschickt. Erste Großverstaltungen wie Haake-Cross-Lauf, der Harburger Staffellauf, die Basketballmeisterschaften, der Fußball-Pausenpokal wurden bereits abgesagt! Nicht zu vergessen ist, dass an vielen Schulen die 3. Sportstunde nicht gegeben werden kann, weil die Hallenkapazitäten nicht ausreichen.

Vor diesem Hintergrund ist das Fest zum Jahr des Schulsports blanker Hohn und ein weiterer Versuch die Öffentlichkeit über die katastrophale Lage des Hamburger Schulsportes zu täuschen.

Die Teilnahme vieler Klassen an den Eröffnungsveranstaltungen haben die Lehrkräfte deshalb ermöglichen können, weil das Ereignis während der Unterrichtszeit stattfindet und keinen zusätzlichen Aufwand erfordert. Eine solche schulübergreifende sportliche Veranstaltung wird allerdings ein singuläres Ereignis bleiben und keine Wirkung in die Schulen hinein entfalten können. Statt mit geeigneten Maßnahmen den Schulsport zu stärken, hat der Hamburger Senat mit dem Arbeitszeitmodell, das ein Sparmodell ist, dafür gesorgt, dass die sportpädagogische Arbeit abqualifiziert wird und der Hamburger Schulsport an Attraktivität verliert. Die Verlierer dieser kurzsichtigen Bildungspolitik sind wieder einmal die Schülerinnen und Schüler und darüber kann auch so ein großes Fest nicht hinwegtäuschen!
 

GEW-Hamburg - Ausstieg aus Schulsportveranstaltungen

 

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