15. Wahlperiode
Drucksache 15/3888

HESSISCHER LANDTAG
02. 05. 2002

Große Anfrage
der Abg. Becker (Gießen), Clauss, Dörr (Umstadt), Fischer (Hohenroda), Fleuren, Frankenberger, Franz, Habermann, Hartmann, Haupt, Hofmeyer, Kahl, Maus, Pawlik, Pfaff, Quanz, Riege, Rudolph, Schaub, Siebel, Stiewitt, Ypsilanti (SPD) und Fraktion

betreffend Situation des Schulsports in Hessen in den Jahren 1999 bis 2001

Nachdem im Juni 2001 offiziell das "Jahr des Schulsports" zu Ende gegangen ist, ist es Zeit, ein Resümee zu ziehen, ob sich aufgrund des vielfältigen Engagements von Eltern, Schülern und Lehrern zugunsten des Sports in hessischen Schulen etwas verändert hat.

Wir  fragen  die Landesregierung:

1.
Wie viele ausgebildete Sportlehrerinnen und Sportlehrer erteilten im Abfragezeitraum in hessischen Schulen Sportunterricht - aufgeteilt nach den Bildungsgängen (Grund-, Haupt- und Realschulen, Gymnasien, berufliche Schulen und integrierte Gesamtschulen)?

2.
Wie viele Referendarinnen und Referendare mit einem abgeschlossenen Sportstudium erteilten in dem hier in Rede stehenden Zeitraum an hessischen Schulen - aufgeteilt nach den Bildungsgängen (Grund-, Haupt- und Realschulen, Gymnasien, berufliche Schulen und integrierte Gesamtschulen) - Unterricht?

3.
In welchem Umfang wurden während des Abfragezeitraumes Lehrkräfte eingesetzt, die fachfremd und ohne universitäre sportliche Ausbildung das Fach Sport unterrichteten - aufgeteilt nach den Bildungsgängen (Grund-, Haupt- und Realschulen, Gymnasien, berufliche Schulen und integrierte Gesamtschulen)?

4.
Wie hoch ist die laut Stundentafel ausgewiesene Anzahl der zu unterrichtenden Sportunterrichts stunden in den Jahrgangs stufen l bis 13 - bitte aufgeteilt darstellen - im hier relevanten Zeitraum gewesen?

5.
Wie hoch ist die Anzahl der tatsächlich erteilten Sportstunden in den Jahrgangs stufen l bis 13 - aufgeteilt darstellen - im Abfragezeitraum in Hessen gewesen?

6.
Wie begründet sich die Abweichung zwischen den Angaben zu Nr. 4 und Nr. 5 in den jeweiligen Bildungsgängen?

7.
 In welchem Umfang wurden in der Grundschule die "täglichen Bewegungszeiten" in den Jahren 1999 bis 2001 durchgeführt?
a) Zu welcher Zeit erfolgte deren Durchführung?
b) In welchen Räumlichkeiten erfolgte deren Durchführung?
c) In welchem zeitlichen Rahmen erfolgte deren Durchführung?
d) Mit welchen Inhalten erfolgte deren Durchführung?
e)  Durch wen erfolgte die Anleitung der Übungen in den täglichen Bewegungs Zeiten?
f)   Welche sportdidaktischen Vorbildungen hatten die unter e Genannten?
g) Wie wurde gewährleistet, dass die Durchführung physiologisch ordnungsgemäß erfolgte?
h) In welcher Form wurden die täglichen Bewegungszeiten in der Stundentafel integriert?

8.
In welchem Umfang wurden in dem Abfragezeitraum zusätzlich zu dem Sportunterricht sportliche Arbeitsgemeinschaften angeboten -aufgeteilt nach den Bildungsgängen (Grund-, Haupt- und Realschulen, Gymnasien, berufliche Schulen und integrierte Gesamtschulen)?
 
 

9.
Wer leitete die jeweiligen Arbeitsgemeinschaften und über welche Qualifikationen verfügten die Arbeitsgemeinschaftsleiter?

10.
Gab es bei der Durchführung dieser Arbeitsgemeinschaften Kooperationsmodelle mit örtlichen Sportvereinen - und wenn ja, wo war dies für welche Sportarten der Fall?

11.
 In welchem Umfang wurden über die Schulen in dem Abfragezeitraum außerunterrichtliche Sportangebote in den einzelnen Bildungsgängen offeriert?

12.
Fanden diese Angebot regelmäßig oder unregelmäßig statt und wovon war dies abhängig?

13.
Wer leitete diese Angebote und welche Qualifikation wurde hierzu verlangt?

14.
Gab es bei der Durchführung dieser zusätzlichen Angebote Kooperationsmodelle mit den örtlichen Sportvereinen - und wenn ja, wo war dies für welche Sportart der Fall?

15.
An welchen Schulen mit Ganztags angeboten gibt es am Nachmittag sportliche Angebote?

16.
Wurden in den Schulen - aufgeteilt nach den Bildungsgängen (Grund-, Haupt- und Realschulen, Gymnasien, berufliche Schulen und integrierte Gesamtschulen) in den Jahren 1999 bis 2001 besondere Fördermaßnahmen im sportlichen Bereich angeboten - wenn ja, mit welchem Ziel und in welchen Sportarten?

17.
Wer leitete diese Fördermaßnahmen?

18.
Gab es in dem vorbezeichneten Abfragezeitraum bei der Durchführung dieser Fördermaßnahmen Kooperationsmodelle mit örtlichen Sportvereinen - und wenn ja, wo war dies für welche Sportart der Fall?

19.
Wie viele Mittel stehen zur Durchführung des "Aktionsprogramms" zur Förderung des Sports in den Schulen und Vereinen zur Einrichtung von Talentaufbaugruppen, Talentfördergruppen und Leistungsgruppen zur Verfügung?

20.
 Wie viele Lehrerinnen und Lehrer und/oder Übungsleiterinnen und Übungsleiter von Vereinen oder Verbänden werden jährlich im Rahmen der schulischen Talentaufbaugruppen, Talentfördergruppen und Leistungsgruppen eingesetzt?

21.
Welche Überlegungen gibt es in der Landesregierung, über die Sportministerkonferenz auf die Kultusminister der Länder einzuwirken, damit schulische und sportliche Förderung junger Talente verstärkt vorangetrieben werden kann?

22.
In welchem Umfang wurden an den hessischen Schulen - aufgeteilt nach Bildungsgängen (Grund-, Haupt- und Realschulen, Gymnasien, berufliche Schulen und integrierte Gesamtschulen) im Abfragezeitraum Schulsport-Wettkämpfe durchgeführt?

23.
An wie vielen hessischen Schulen - aufgeteilt nach Bildungsgängen (Grund-, Haupt- und Realschulen, Gymnasien, berufliche Schulen und integrierte Gesamtschulen) - wurden im Abfragezeitraum Bundesjugendspiele (alter oder neuer Art)

a)  in der Leichtathletik (alt/neu),
b) im Geräteturnen,
c)  im Schwimmen durchgeführt?
 

24.
Gab es in diesem Zusammenhang auch Kooperationsmodelle mit örtlichen Sportvereinen - und wenn ja, wo war dies für welche Sportarten der Fall?

25.
An welchen hessischen Universitäten oder Hochschulen gibt bzw. gab es seit 1999 Schulsport-Kooperationsveranstaltungen (Schule/Universität/Hochschule - Verein/V erb and)?
In welcher Form wurden diese Kooperationsveranstaltungen durchgeführt?

26.
Bestehen Konzeptionen für eine organisierte Zusammenarbeit zwischen Schule oder Universitäten oder Hochschulen einerseits und Sportvereinen oder Sportverbänden andererseits?

27.
Welche Maßnahmen gedenkt die Landesregierung zu ergreifen, um zu erreichen, dass Studierende des Faches Sport/Sportwissenschaften in Hessen - ähnlich wie in Niedersachsen - ein Vereinspraktikum im Rahmen ihrer Hochschulausbildung nachweisen müssen?

28.
Wie viele "Eliteschulen des Sports" (bitte nur unter diesem Begriff geführte Schulen anführen) gibt es in Hessen und wie viele Schulen gibt es mit unterschiedlichen Bezeichnungen, die sich zur Aufgabe gemacht haben, talentierte junge Menschen zur absoluten nationalen oder internationalen Spitze zu führen?

29.
Wie bewertet die Landesregierung das verstärkte Bemühen des (deutschen) Sports, auf Einrichtungen solcher Schulen hinzuwirken, und hält die Landesregierung "Eliteschulen des Sports" angesichts der internationalen Entwicklung des Hochleistungssports für eine unabdingbare Voraussetzung, damit zukünftig auch hessische Athletinnen und Athleten im internationalen Wettbewerb mithalten können?

a)  Wenn nein, welche anderweitigen Überlegungen gibt es zur Förderung des sportlichen Nachwuchses?
b) Wenn ja, wie und in welchem Umfang unterstützt die Landesregierung die Förderung talentierten sportlichen Nachwuchses in den "Eliteschulen des Sports"?

30.
Wird die Landesregierung diese Bemühungen (angesichts der Olympiabewerbung von Frankfurt) intensivieren und wenn ja, welche Maßnahmen wird sie ergreifen?

31.
 Gibt es auch noch andere Formen Sport betonender Schulen als die unter Nr. 28 angesprochenen Arten und wenn ja, welche und wie viele sind dies in Hessen?

32.
 Wie beurteilt die Landesregierung die Bedeutung der sportwissenschaftlichen Forschung in Hessen für den Sport insgesamt und welchen Forschungsbedarf sieht die Landesregierung in den Bereichen Breitensport, Spitzensport, Schulsport, Behindertensport, Rehabilitationssport, Doping?

33.
Über welche gesicherten Erkenntnisse verfügt die Landesregierung hinsichtlich gesundheitlicher Schädigungen bei Schülerinnen und Schülern und Jugendlichen - Haltungsschaden, Übergewicht, Herz/Kreislauf-, Blutdruckprobleme, physische und psychische Auffälligkeiten - und gibt es Erkenntnisse darüber, wie sich die gesundheitlichen Schädigungen in den letzten 20 Jahren entwickelt haben?

34. Welche Schlussfolgerungen zieht die Landesregierung aus Studien, die gerade bei Kindern und Jugendlichen nachhaltige gesundheitliche Schädigungen feststellen, und ist die Landesregierung bereit, eine flächendeckende Untersuchung über gesundheitliche Schädigungen von Kindern und Jugendlichen und deren Ursachen durchzuführen?

35.
In welchen Staatlichen Schulämtern Hessens haben im Zeitraum 1999 bis 2001 "Arbeitskreise Schulsport" getagt?

36.
Wie viele "Schulsporträte" gibt es in Hessen?

37.
Zu welchen Ergebnissen hat die Arbeit des 1997 gegründeten Aktionsbündnisses "Mehr Bewegung in die Schule" geführt?

38.
Wie sind die auf der Schulamts ebene auf der Grundlage des Erlasses vom 12. März 1993 einzurichtenden "Programmgruppen Talentsuche - Talentförderung" in den einzelnen Schulamtsbezirken zusammengesetzt?
a)  Wie häufig tagen diese Programmgruppen?
b) Wann haben diese Programmgruppen in den jeweiligen Schulamtsbezirken zum letzten Mal getagt?

39.
Wie sind die auf der Schulamts ebene auf der Grundlage des Erlasses vom 1. August 1992 einzurichtenden "Programmgruppen Breiten-und Freizeitsport" in den einzelnen Schulamtsbezirken zusammengesetzt?
a)  Wie häufig tagen diese Programmgruppen?
b) Wann haben diese Programmgruppen in den jeweiligen Schulamtsbezirken zum letzten Mal getagt?

40.  In welchem Rhythmus haben in der Zeit von 1999 bis Ende 2001
a)  die Landesarbeitsgruppe "Talentsuche- Talentförderung",
b) der Landes-"Arbeitskreis Breiten- und Freizeitsport",
c) andere Landes-'Trogrammgruppen" getagt?

41.
Welche Konzeption liegt der "Landes Services teile für den Schulsport in Hessen" beim Staatlichen Schulamt für den Landkreis Kassel und für die Stadt Kassel zugrunde?
Welche Aufgaben hat diese Servicestelle im Abfragezeitraum wahrgenommen?

42. Welche langfristigen Auswirkungen ergeben sich nach Auffassung der Landesregierung aus dem "Jahr des Schulsports"?
 

Wiesbaden, 24. April 2002
Der FraktionsVorsitzende: Bökel
Becker (Gießen) Kahl
Clauss Maus
Dörr (Umstadt) Pawlik Fischer (Hohenroda)    Pfaff
Fleuren Quanz
Frankenberger Riege
Franz Rudolph
Habermann Schaub
Hartmann Siebel
Haupt Stiewitt
Hofmeyer Ypsilanti

Hessischer Landtag       15. Wahlperiode      Drucksache 15/3888