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Zum "Jahr des Schulsports" und zur Situation des Schulsports in Hessen

Die GEW-Sportkommission fordert: 
Bessere Bedingungen für einen zeitgemäßen Sportunterricht


Sport macht Schule - Schule macht Sport -  ... aber noch viel zu wenig

Das "Jahr des Schulsports" soll die besondere Bedeutung von Bewegung, Spiel und Sport für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen einer breiten Öffentlichkeit bewusst machen und ein Signal für mehr Bewegung innerhalb und außerhalb der Schule setzen.
Die GEW-Sportkommission unterstützt dieses Anliegen, muss aber auch auf erhebliche Defizite in der hessischen Schullandschaft hinweisen.

Entgegen allen pädagogischen und medizinischen Erkenntnissen werden Bewegung, Spiel und Sport immer noch als ein Randbereich in der Schule angesehen, der im Zweifelsfall hinter anderen Fächern zurückstehen muss. Auch der Staffellauf hessischer Schülerinnen und Schüler zur Situation des Schulsports hat dies sehr deutlich gemacht. 

Der Unterrichtsausfall im Fach Sport hat - in Hessen wie in anderen Bundesländern - ein dramatisches Ausmaß angenommen und die Ausstattung der Schulen für einen zeitgemäßen Sportunterricht ist oft mangelhaft. "Die Verantwortlichen sollten die Bedeutung des Faches Sport als Förderer von Gesundheit, Selbstbewusstsein und Intelligenz unterstreichen", mahnt zum Beispiel der Bielefelder Sportpädagoge Prof. Kurz, denn "der Schulsport geht an Krücken".

Bewegung, Spiel und Sport muss auch in der Schulwirklichkeit eine höhere Wertigkeit erhalten. Lernen mit Kopf, Körper, Herz und Verstand und seinen positiven Auswirkungen auf Schule, Gesellschaft sowie Gesundheit und Selbstvertrauen darf nicht einfach dem Rotstift der Bildungspolitik zum Opfer fallen.
 
 

Massiver Unterrichtsausfall auch in Hessen

An hessischen Schulen fielen im Jahr 1997 über 10.000 Wochenstunden Sportunterricht einfach aus. Neuere Zahlen gibt es nicht, aber es muss davon ausgegangen werden, dass die Situation weiterhin äußerst unbefriedigend ist. Auffallend auch, dass zwischen den Schulformen erhebliche Unterschiede bestehen und viel Unterricht gerade bei jüngeren Schülern entfällt oder  von nicht ausgebildeten Sportlehrer/innen erteilt wird. An Gymnasien fiel weniger Unterricht aus als an Haupt-, Real und Gesamtschulen. Ein besonderes Sorgenkind ist der Berufsschulsport. Nach der neuesten Stundentafel ist sogar noch eine Reduzierung des Sportunterrichts an der Fachoberschule (FOS) und an der Berufsfachschule vorgesehen. 
 


 
Schulform Prozentanteil
nicht erteilten Unterrichts
Grundschule 17,5
Hauptschule 19,0
Förderstufe 27,7
Realschule 19,2
Gymnasium 5-10 11,4
Kooperative Gesamtschule 20,9
Integrierte Gesamtschule 18,5
Sonderschule 10,8
Berufliche Schule TZ 73,5
Berufliche Schule VZ 27,7
Quelle:
Hessisches Kultusministerium 1997
 
Es wäre schön gewesen, wenn zum "Jahr des Schulsports" eine positive Entwicklung zu vermelden gewesen wäre. Doch Sport dürfte das Fach sein, welches nach wie vor den höchsten Unterrichtsausfall in der Schule hat.

Die hessische Landesregierung ist mit dem hohen Anspruch einer Unterrichtsgarantie angetreten.
Für den Sportunterricht scheint diese aber nicht zu gelten. Die unbewältigten und neuen Probleme des Sports an der Schule lassen sich deutlich benennen:
 

  • Die dritte Sportstunde (in der Stundentafel verbindlich für die Klassen 5-8) ist an vielen Schulen noch immer eine Utopie.
  • Den Schulen wurde im Rahmen der Flexibilisierung der Stundentafeln die Möglichkeit gegeben,  den Sportunterricht dauerhaft auf  2 Stunden zugunsten anderer Fächer zu kürzen.
  • Große Klassen verhindern oft eine gezielte Bewegungsförderung derjenigen Kinder und Jugendlichen, die bereits erhebliche Bewegungsdefizite aufweisen.
  • Die Hallen- und Geräteausstattung an den Schulen ist oft unzureichend.
  • Es besteht seit Jahren ein erheblicher Mangel an Sportlehrer/innen. Dort wo genügend Sportlehrer/innen an den Schulen vorhanden sind, werden sie zu Lasten des Sports in ihren Zweitfächern eingesetzt.
  • In der gymnasialen Oberstufe sind die Grundkurse im Sport in den meisten Schulen auf zwei Stunden reduziert. Der Lehrplan für die gymnasiale Oberstufe ist immer noch einem traditionellen Sportverständnis verpflichtet. Neue Entwicklungen im Sport können nicht angemessen in den Sportunterricht integriert werden. 
  • Die Lehrerfortbildung wurde reduziert, wichtige Impulse neuerer sportpädagogischer Entwicklungen bleiben dadurch ungenutzt.

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    Das Hessische Kultusministerium und das Hessische Ministerium des Inneren und für Sport sind Partner des Jahrs des Schulsports. Zu einer glaubwürdigen Partnerschaft gehören nicht nur "Sonntagsreden", sondern auch Taten.
     

    Deshalb fordern wir:

  • Durchsetzung der 3. Sportstunde für alle Jahrgangsstufen
  • Keine Möglichkeit der Flexibilisierung der Stundentafeln im Bereich des Sportunterrichts !
  • Kleinere und  bei Bedarf auch differenzierte Lerngruppen zur besseren Nutzung der pädagogischen Möglichkeiten des Sportunterrichts
  • Verbesserung der Hallen- und Geräteausstattungen
  • Einstellung junger Sportlehrer/innen und deren Einsatz im Sportunterricht
  • Verabschiedung des Entwurfs des neuen Lehrplans für die gymnasiale Oberstufe
  • Verstärkung der Lehrerfortbildung und nicht deren Abbau

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GEW-Sportkommission/Landesverband Hessen 
 
Stand der GEW-Sportkommission Hessen
Stand der Sportkommission vor dem Landtag
Kontakt:
Kurt Faust (Marburg)
Rolf Dober (Wiesbaden)

weitere Bilder von der Abschlussveranstaltung

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