Sportpraxis
Start Alternativen im Schulsport

A. Stolze / N. Baumann

Von Vertrauens- und Kooperationsspielen
zu Elementen aus dem Bereich des Bewegungstheaters

Wahrnehmen/Kennenlernen | Namensspiele | Kontaktaufnahme | Sensibilisierungsübungen | Kooperationsübungen | Darstellung | Entspannung
 
Ziel dieses Workshops war der Versuch, die in allen Schulformen und -stufen sehr beliebten Formen verschiedener Bewegungsspiele mit Elementen des Darstellenden Spiels und/oder des Bewegungstheaters zu verbinden. Es sollte spielerisch eine Brücke gebaut werden zwischen dem sportiven Spiel und dem Spiel mit dem eigenen Körper, der Mimik und Bewegung bis hin zur Gestaltung kompletter kleiner Szenen, die anderen vorgeführt wurden.

Zu allen in den folgenden Abschnitten beschriebenen Bewegungsformen wurde ausgewählte Musik unterlegt. Diese hat insofern unterstützende Funktion, als sie bestimmte Rhythmen (z.B. für das Roboterspiel) ebenso wie unterschiedliche Tempi (z. B. langsame für Wahrnehmungs-, Sensibilisierungsformen) vorgeben, Atmosphären gestalten (z.B. bei Entspannungsübungen) und für anstrengende Teile motivierend wirken kann.


 


A  Wahrnehmen/Kennenlernen
  • Gehen/Laufen im begrenzten Raum:

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    • - nur auf sich konzentrieren
    • - den Entgegenkommenden wahrnehmen und grüßen
    • - alles Wahrnehmen, nur nichts konkret - mit Temposteigerung
    • - irgendwann Freeze- Position einnehmen
    • - Stop:-Versuch, alte Position genau einzunehmen.


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B Namensspiele
  • Chaos-Wurfspiel
Eine Gruppe stellt sich im Kreis auf. Jede/r merkt sich den Namen der Person rechts von ihr. Dann bewegt sich die Gruppe auf einer begrenzten Fläche. SpielleiterLn gibt nacheinander verschiedene, namentlich verfremdete Gegenstände ein. Jede/r sucht seine rechte Person, nennt sie beim Namen und überreicht den Gegenstand mit Nennung des verfremdeten Namens, bis sie sich alle wieder bei Spielleiterln befinden.
 
  • Linienlaufen ohne/mit Namensnennung/Stadt

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    • Auf den in der Halle markierten Linien nach Verkehrsregeln (rechts vor links) ohne Körperkontakt laufen.
    • Auf den Linien laufen, bei Begegnung mit einer anderen Person, Hände gegeneinander.
    • Auf der Stelle laufen und etwas über sich erzählen.

C Kontaktaufnahme

  • durch den Raum gehen/sich begrüßen wie........
    • - ein(e) Deutsche(r) => Hände schütteln
    • - Ein Chinese => Höfliche Verbeugungen
    • - Kanadier => Holzhacken
    • - Franzose =>Küsschen usw.

    •  

       

  • Buchstaben darstellen (nicht allein)
    • mindestens zu zweit werden Buchstaben mit dem Körper dargestellt

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  • Ich -Spiele:
    • durch den Raum gehen, sich jeweils sehr deutlich artikulierend und mit Gesten untermalend begrüßen mit:
    • "Ich - Du nicht!!" (mit Sprache und Gestik)
    • "Du hier??"
    • "Du auch hier??"

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  •  Rhythmus (in Handfassung gemeinsam laufen):
    • zu zweit 4er-Takt
    • zu zweit 4er-Takt- einer erzählt

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  • durch den Raum laufen und 'anhängen'
    • Person aussuchen und auf Signal einfangen

     
Projektaufgabe zu zweit:
    • seinen Namen rückwärts sagen
    • Bewegung dazu erfinden
    • sich gegenseitig mit Namensnennung rückwärts + Bewegung begrüßen
    • "heiraten"
    • sich paarweise gegenseitig zusammen vorstellen (Ehepaar l Namen bzw. Doppelnamen)

D Sensibilisierungsübungen

Achtung: Bei allen Übungen mit geschlossenen Augen muss absolute Verlässlichkeit gegeben sein. Es darf zu keinen Zusammenstößen mit Personen und/oder Gegenständen kommen. Keine Augen verbinden. Wer zunächst noch "blinzeln " muss, darf dies tun. Keine/r darf dazu gezwungen werden, die Augen geschlossen zu halten. Als erste Stufe für Bewegungsformen mit geschlossenen Augen können Sonnenblenden benutzt werden, die, unter die Nase geklemmt, auch das Sichtfeld erheblich einschränken. Angst vermeiden!!!
 

  •  Blindenführung
    • In 3er Gruppen wird die mittlere von den beiden äußeren untergehakt und in zunächst langsamen, dann unterschiedlichem Tempo, Rhythmus, in unterschiedliche Richtungen durch die Halle geführt.

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    • In 3er Gruppen wird eine Person "blinde" Person an zwei Stellen des Raumes und zu einer anderen 'blinde' Person gefuhrt. Dort darf sie tasten, wird zur Hallenmitte zurückgeführt und rät nun mit geöffneten Augen, an welchen Stellen bzw. bei welcher Person sie war.

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  • Goofie

  • Alle wollen ein Teil von Goofie werden. Goofie wird am Ende eine lange Schlange oder ein Haufen. Alle gehen mit geschlossenen Augen im Raum und fragen jede/n, der/m sie begegnen: "Bist Du Goofie?" Der von/m Spielleiterln bestimmte Goofie kann sehen, sollte sich wenig bewegen und nimmt die mit, die ihn ansprechen. (Ggf. mit einer spannenden Geschichte verbinden./Bemuhigt unruhige "Geister")
     
  • Tanz der Vampire

  • Schließt alle die Augen (Vampire sind ja nur nachts unterwegs) und beginnt umherzuwandern. Eine/r von euch wird von Dem/r Spielleiterin heimlich zum Vampir ernannt. Auch der Vampir hat seine Augen geschlossen. Aber wehe, wenn er mit jemandem zusammenstößt; er packt sein Opfer mit einem blutrünstigen Schrei - und auch das Opfer wird dann zu einem Vampir. Geraten zwei der Blutsauger aneinander, dann verwandeln sie sich beide sofort wieder in gewöhnliche Sterbliche (mit Ausnahme des 'Ur'Vampirs).
     
  • Gassenlauf/Autowaschanlage

  • Spielerinnen bilden eine lange, kurvige Gasse mit ca. 1m Abstand. Eine Person läuft mit geschlossenen Augen durch diese Gasse, wird ggf. mit sanften Berührungen wieder auf den rechten Weg gebracht (gewaschen). Am Ende schließt sie sich der Gasse an.
     
  • Count to seven

  • Die Gruppe liegt mit geschlossenen Augen auf dem Boden und zählt von 1-7 und von 7-1 ohne Festlegung der Reihenfolge. Sollten zwei Personen zur gleichen Zeit eine Zahl sagen, muss neu begonnen werden.
E  Kooperationsübungen
  • Roboterspiel

  • In 3er Gruppen bildet eine Person das Gehirn, das durch Berührungen die auf Druck reagierenden Roboter zu Bewegungsänderungen veranlasst, bis sich beide Roboter getroffen und sich gegenseitig bekannt gemacht haben. Druck auf Kopf:>Start; Druck aufrechte/linke Schulter =>Drehung um ca. 90° nach links/rechts.
     
  • Mörderspiel

  • Eine Person ist der "Mörder", wird von dem/r Spielleiterln heimlich zum Mörder ernannt. Der Mörder blinzelt im Laufen seine 'Opfer' an. Die 'Opfer' fallen schreiend zu Boden. Sobald zwei Personen einer Mörderverdacht haben, melden sie diesen beim Spielleiter an. Auf ein Signal zeigen sie gleichzeitig auf den vermeintlichen 'Mörder'. Das Spiel ist zu Ende, wenn beide auf den wirklichen Mörder zeigen. In allen anderen Fällen, sinken die beiden Personen schreiend zu Boden.
     
  • Hospital

  • Einleitende Geschichte erfinden. Dann: abgetickte Personen lassen sich krank/verletzt zu Boden sinken und können mit Hilfe von 4 Sanitäterinnen (erst wenn an beiden Armen und Beinen je l Person anfasst) ins Hospital (Matte) gebracht werden, wo der/die Kranke geheilt/erlöst wird. Auf dem Transportweg darf der Krankenwagen nicht abgetickt werden.
     
  • Atomspiele-Freeze

  • Die Gruppe läuft nach Musik in einem abgegrenzten Raum. Bei Musikstop wird die Freeze-Position eingenommen.
     
    • Atomspiele als Laufspiele. (Musikstop: Aufgabe: Atom 2, 3 o.a.=>Finden von 2/3 er etc. Gruppen)
    • Figuren bauen/Akrobatik: (Musikstop: z.B. Atom 5: - 3 Füße- 2 Hände)
    • "Sieg"-"Niederlage" darstellen
    • Denkmale bauen in Gruppen bzw. Themen   darstellen z.B.: "Dschungelbuch"/ "Der alte Mann und das Meer"

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F  Elemente aus dem Bereich der Darstellung
    1. Black Box bauen aus z.B. einer aufgestellten Weichmatte. Gruppe geht im Kontinuum in einem Kreis durch diese Black Box, in der immer etwas geschieht:

    Black box- Übungen (allein + zu zweit)

    2.        "Gehen" überzeichnen
    3.         Zeitlupenübungen- Rush-hour

    Projektaufgabe:

    • Sportszene in Zeitlupe darstellen
    • thematisch freie Gruppenaufgabe mit Müllsack

G  Entspannung
  • Handauflegen: In 2er Gruppen, l Person liegt in bequemer Lage auf den Boden (und schließt die Augen). Die andere beginnt abwechselnd beide Hände zunächst auf die Extremitäten, dann auf Körper aufzulegen. (Geht auch ohne Körperkontakt, wenn Hände unmittelbar vor Berührung angehalten werden.)

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  • Ausschütteln Wie oben. Eine Person fasst mit beiden Händen eine Extremität und beginnt zunächst ohne sie vom Boden zu heben durch leichtes Schütteln in Schwingungen zu bringen.

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  • Ausklopfen: In 2er Gruppen beugt sich eine Person nach vorne, die andere steht dahinter und klopft mit leicht gewölbter Hand sanft und locker den Rücken ab. Zunächst im Schulterbereich beginnen, dann neben der Wirbelsäule abwärts und an den Seiten.


  • Aus:
    Alternativen im Schulsport
    Positionsbestimmung und verschiedene Praxisbeispiele und Materialien
    Inhaltsverzeichnis
     

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