GEW-Sportkommision
.. Was ist die GEW-Sportkommission?
.. Landesverband Niedersachsen
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Kontakt:
Heinrich Pohl

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Aktuell
 
GEW-Sportkommission Niedersachsen tagte beim Landessportbund in Hannover
(Dezember 2008)

Untere Reine von links nach rechts:
Günter Bade (Bad Nenndorf), Undine Wellmann (Hannover), Barbara Kubatz (Hildesheim), Birte Clasen (Hannover), Heinrich Pohl (1. Vors. aus Bad Salzdetfurth). Obere Reihe von links nach rechts: Wiebke Hentschel (Hannover), Kai Oldewanne (Uni Vechta), Meene Christian Wilts (Uni Vechta), Derek Simon (Münster), Jürgen Huse (Bremen). Auf dem Foto fehlt Rainer Schams aus Hameln

Die Ausbildungssituation der Sportlehrer war zentrales Thema der Jahrestagung der Sportkommission Niedersachsen der GEW (Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaften) zu der der 1. Vorsitzende Heinrich Pohl alle Mitglieder einlud.

Hierzu hatte man auch Studenten/Innen eingeladen. Sie berichteten, dass die Studienordnungen in Niedersachsen sehr verschieden sind. Jede Uni hat ihre eigene Studienordnung. Um nach dem Bacheler-Abschluss ins Master-Studium zu kommen, müssen bestimmte Voraussetzungen (Module) erreicht werden. Dazu ist eine bestimmte Anzahl von Arbeits- bzw. Anrechnungspunkten (AP) notwendig. Diese werden auch CP (credit points) genannt. Einige Unis erwarten einen Zensurendurchschnitt von 2,5. Auch scheint es keine einheitliche Regelung zu geben wie man auf die Gesamtpunktzahl (120) kommt. Dies wurde an verschieden Beispielen erläutert. Auch die Belegung der Sportarten wurde angesprochen. Lediglich Schwimmen muss als Pflichtkurs belegt werden. Viele Sportarten kann man umgehen. Leider ist das Belegen anderer Sportarten aus Zeitgründen nicht möglich. 

Die Sportkommission stellte fest, dass eine allumfassende Ausbildung somit nicht gewährleistet ist. Das nötige Rüstzeug, um guten Sportunterricht  zu erteilen, bekommen die Studenten nicht. Besonders in Bezug auf die Praktika gibt es unterschiedliche Schwerpunkte. Die Uni Hildesheim scheint hier beispielhaft zu sein. Was man aber nach Abschluss des Bacheler tun könne, wusste niemand zu beantworten. 

Wie bekannt, will nun das Kumi die dramatische Situation der vielen Nichtschwimmer mit Förderprogrammen (Kooperationsmaßnahmen) auffangen. Siehe hierzu: SVBL 8/2008 S. 267 bis S. 269. Einheitliche Meinung der Teilnehmer war, dass dies kontraproduktiv wäre. Insbesondere die Schwimmzeiten am Nachmittag sind gar nicht vorhanden, um solche Maßnahme durchführen zu können. Das Geld wird falsch eingesetzt. Gefordert wird, dass sich die Schulträger bei der Schwimmhallenvergabe zusammensetzen müssten, damit möglichst vielen Grundschülern Schwimmunterricht im Hallenbad erteilt werden könnte. Einige vorbildliche Regelungen auf Kreisebene wurden aufgezeigt. Negativ wurde angemerkt, dass im SEK I Bereich Lehrkräfte mit bis zu 30 Schülern zum Schwimmunterricht fahren müssen. Es wird gefordert, wieder eine 2. Sportlehrkraft einzusetzen. Denn selbst bei Mitnahme von sog. geeigneten Hilfspersonal bleibt die Gesamtverantwortung immer noch bei der Sportlehrkraft.

Heini Pohl berichtete von der letzten Sitzung der Bundessportkommission in Nürnberg. Die Bundessportkommission hat eine schulsportpolitische Erklärung (siehe Homepage der GEW) verfasst und ist nunmehr vom Hauptvorstand an die dp weiter gegeben werden. Danach könnte auch diese Erklärung in den Landeszeitungen der GEW veröffentlich werden. Diese Erklärung und der bisherige Flyer „Die Spoko stellt sich vor“ werden in einem neuen Flyer zusammengefasst, der im Frühjahr bundesweit an alle Vorstände verschickt werden soll.

Trotz des bestehenden Waffenerlasses wird derzeit im Bremer Bereich (Cuxhaven?) und sogar mit Zustimmung des Kumis  mit Unterstützung des Bezirksschießverbandes das Schießen modellhaft erprobt. Über das Für und Wider wurde lebhaft diskutiert. Trotz alledem wurde festgehalten, dass der Schießsport nichts in der Schule zu suchen hat. 

Einige Tage später kam die Hiobsbotschaft, dass der Sportunterricht an den Grundschulen gefährdet ist, denn die Kultusministerkonferenz (KMK) hat auf ihrer Oktober-Sitzung in Saarbrücken die sog. „Ländergemeinsamen inhaltlichen Anforderungen für die Fachwissenschaften und Fachdidaktiken in der Lehrerinnen- und Lehrerausbildung“ beschlossen 

In diesen Richtlinien für die Ausbildung aller Lehramtsstudierenden an den Universitäten und Hochschulen in Deutschland werden für alle Unterrichtsfächer und -bereiche sog. „Fachprofile“ entwickelt, die Ausbildungsinhalte in den verschiedenen Lehramtsstudiengängen vorgeben sollen und damit letztlich auch die Ausgestaltung des Fachunterrichts an den Schulen bestimmen. Das in diesem Zusammenhang für das Fach Sport erstellte Fachprofil für den Bereich der Primarstufe (Grundschule) ist aus Sicht der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft (dvs) fachwissenschaftlich und fachdidaktisch inakzeptabel. 

In der vorgesehenen Verbindung der Fächer Kunst, Musik und Sport zu einem Bereich „Ästhetische Bildung“ in der Grundschule nehmen Bewegung, Spiel und Sport nur noch eine unbedeutende Nebenrolle ein. Dies spiegelt in keiner Weise den tatsächlichen Stellenwert von Bewegung, Spiel und Sport für die Entfaltung und Entwicklung von Kindern und Jugendlichen wider. Die dvs appelliert daher an die zuständigen Ministerien der Länder, diese Vorgaben der KMK nicht umzusetzen, und fordert die Präsidentin der KMK, die saarländische Bildungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer, auf, den Beschluss der KMK zu revidieren.  Der Sportunterricht würde damit faktisch abgeschafft. Dies entspricht in keiner Weise den an anderer Stelle von der KMK und den einzelnen Länderministerien getroffenen Aussagen über die Bedeutung von Sport und Bewegung für Kinder im Grundschulbereich.“   "Sport muss neben Deutsch und Mathematik zu einem zentralen Hauptfach entwickelt werden“ , forderte WLSB-Vizepräsident Rainer Kapellen, der bei der Versammlung ein entsprechendes Schreiben an Kultusminister Rau ankündigte. Die Sportkommission kann das nur unterstreichen.

 


 
 
 
 



 

GEW Sportkommission Niedersachsen tagte in Hildesheim - Jahrestagung 2007 - 
Entschulung des Schulsports? GEW Sportkommission Niedersachsen tagte in Hildesheim

Vordere Reihe von links
Kerstin Koltermann (Hildesheim), Nadine Sellmons (Hildesheim), Barbara Kubatz (Hildesheim), Birte Clasen (Hannover), 
Heinrich Pohl (Bad Salzdetfurth)

Hintere Reihe von links
Günter Bade (Bad Nenndorf), Günter Schütte (Wolfsburg), Prof. Dr. Lorenz Peiffer (Hannover), Helmut Ulrich (Bremerhaven), 
Thorsten Herla (Göttingen), Marlies Brons-von den Driesch (Hildesheim), Wiebke Hentschel (Hannover), 
Wolfgang Wenrich (Salzgitter) 

 
  • GEW-Sportkommissionsvorsitzender zur Fitnesslandkarte (5.2. 2006)
  • Fitnesslandkarte - Stellungnahme der GEW-Sportkommission Niedersachsen 5.12. 2005
  • GEW kritisiert „Fitnesslandkarte Niedersachsen“ und fordert mehr Sportunterricht

  • (GEW-Landesverband 28.10. 2005)
     

     
     
     
    Schule und Vereine wollen kooperieren
    Mehr Bewegung braucht das Kind: Dritte Stunde Schulsport soll her

    „Bewegung braucht jedes Kind, damit es sich wohl fühlt und gesund bleibt." Mit dieser Feststellung eröffnete KSB-Sportwart Hubert Hartmann eine Arbeitstagung. Bewegungsarmut, falsche Bewegungsformen mit einer unangemessenen Körperhaltung verursachten bereits in frühester Kindheit Haltungsschäden und psychomotorische Auffälligkeiten. Wissenschaftler, Fachleute und Ärzte schlagen Alarm. Professor Dr. Wolf-Dietrich Brettschneider vom sportwissenschaftlichen Institut der Universität Paderbom führt dazu plakativ aus: „Faul, fett, fernsehsüchtig! Jedes fünfte Kind ist seelisch krank. Unsere Kinder werden Sozialkrüppel." Dr., Bettina Langenbruch vom Kreisgesundheitsamt Hildesheim beurteilt das Problem aus medizinischer Sicht: „20 Prozent der Einschulkinder sind deutlich übergewichtig und tragen damit ein ernsthaft erhöhtes Gesundheitsrisiko. Rund zehn Prozent haben im Bereich der motoriscihen Entwicklung erhebliche Probleme." Für diese betroffener Kinder seien teure Einzelfallmaßnahmen in der Regel nicht finanzierbar, aber oft auch nicht sinnvol. Die Kinder seien jedoch auf sine Bewegungsförderung angewiesen, die ihren Möglichkeiten und Bedürfnissen entsprechen und ihnen Spaß machen. 

    Der KSB Hildesheim will in Zusammenarbeit mit anderen Institutionen dieser Entwicklung gegensteuem. Zum Auftakt fand eine Bestandsaufnahme mit Vertretern der Bezirksregierung Hannover, des Landkreises Hildesheim, der Universität Hildesheim und den Fachberatern für den Schulsport am runden Tisch statt. Besonders wurde an die Politiker aller Fraktionen appelliert, die dritte Sportstunde durchzusetzen. Doch gerade indiesem Bereich herrschte große Skepsis, da es an einer Lobby fehle und der Sport kognitiven Fächern geopfert werde. Der KSB hat inzwischen ein Pilotprojekt absolviert. Ende Juni nahmen 52 Erzieherinnen und Erzieher von Kindergärten und -Tagesstätten an einem Workshop in der Sportlehrstätte Himmelsthür teil. Sie bekamen von versierten Sportübungsleitern Tipps und Anregungen für die Bewegung mit Kleinkindern. KSB-Vorsitzende Marlies Brons-von den Driesch will im nächsten Schritt die Vereine in das Projekt einbinden.

    In Vorbereitung ist eine Fachtagung der Universität Hildesheim in   Zusammenarbeit   mit   dem Kreisgesundheitsamt      Hildesheim und dem KSB mit dem Thema „Gesunde Kinder durch viel Bewegung" am 26. und 27. September. Professor Dr. Ulrich Nickel will bis dahin einen Wegweiser erstellen, in dem alle Angebote zur Bewegungsförderung mit den Schwerpunkten Psychomotorik,  kompensatori-scher Sport und Adipositasturnen in der Stadt und im Landkreis Hildesheim aufgenommen werden  sollen.   Die  Broschüre soll allen Kinder- und Hautärzten, Pädagogen und Lehrkräften aus dem Elementar- und den Primärbereich sowie interessierten Eltern zugänglich gemacht werden.   Kontaktadressen sind Professor Dr. Ulrich Nickel, Telefon: 05121/883580, E-Mail: nickel@rz.uni-hildesheim.de und Dr. Bettina Langenbruch, Telefon: 05121/309746,    E-Mail:  Bettina.Langenbruch@landkreishil-desheim.de.

    Ein Reizthema bleibt die dritte Schulsportstunde. Heinrich Pohl, Vorsitzender der Sportkommission Niedersachsen der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, ist seit Jahren ein engagierter Verfechter für die Ausweitung des Schulsportes: „Ohne Bewegung kein Lernen. Motorisches Lernen schafft Voraussetzungen, um im kognitiven Bereich Erfolge zu erzielen." Obwohl die Verantwortlichen um die Bedeutung und die Misere im Schulsport wüssten, hat sich seiner Meinung nach seit Jahren nichts bewegt: „Im Schulsport tickt eine Zeitbombe. Die ständig für alle Schulen geforderte dritte Sportstunde wird in Niedersachsen de facto nicht erteilt. Die Sportlehrkräfte sind zum größten Teil überaltert. Viele Kollegen mögen oder vermögen sich nicht mehr mit bei den Schülern beliebten Trend-Sportarten auseinander zu setzen", führt er mit einer gewissen Resignation aus. Außerdem verschlechtere sich die materielle Situation im zunehmenden Maße. Der Stellenwert des Sportunterrichts in der Bildungspolitik und im Schulalltag sowie auch vielfach im Bewusstsein der Eltern sinke und werde in Frage gestellt. Auch beim KSB spielt die Situation des Schulsportes eine zentrale Rolle. Sportwart Hubert Hartmann hat einen Katalog erarbeitet, der Forderungen an die Schulen, Vereine und den KSB sowie den Landkreis enthält. Der KSB will den begonnen Dialog in den nächsten Wochen fortsetzen und danach konkrete Vorschläge mit allen Beteiligten gemeinsam erarbeiten. Ein Hemmschuh könnten möglicherweise die angekündigten Sparmaßnahmen der Landesregierung sein.
     
     
     

     

     
     

    Hildesheimer Zeitung  9.1. 2003

    Image des Schulsports ist angeknackst 
    Jahrestagung der Sportkommission der GEW in Himmelsthür
     

    Hildesheim (su). "Mit dem Schulsport geht es den Bach hinunter." Diese Befürchtung zog sich wie ein roter Faden durch die Jahrestagung der Sportkommission der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaften (GEW) in der Lehrstätte des Kreissportbundes Hildesheim.

    Die Delegierten stellten fest, dass das Image des Schulsportes angeknackst ist, obwohl Krankenkassen, Ärztevereinigungen, der Landessportbund (LSB) und Experten immer wieder auf Haltungsschäden und Konzentrationsschwächen der Schüler hingewiesen haben. Kommissionsvorsitzender Heinrich Pohl (Bad Salzdetfurth): "Alle fordern mehr Schulsport. Trotzdem tut sich nichts. Die Konsequenz aus der PISA-Studie darf nicht nur die Förderung von Leseschreibschwächen und Diskalkulie sein, sondern es muss die ganzheitliche Erziehung berücksichtigt werden. Der Bedeutung des Sports, also der Bewegungserziehung, sollte erheblich mehr Beachtung geschenkt werden."

    Die Kommission als außerordentliches Mitglied des LSB stellt den Wert des Schulsportes heraus. Durch Bewegung werden das Gedächtnis, Lernvermögen und Kreativität gefördert. "Ohne Bewegung kein Lernen. Motorisches Lernen schafft Voraussetzungen, um im kognitiven Bereich Erfolge zu erzielen ," führt Pohl weiter aus.

    Der Landesregierung wird vorgeworfen, den Förderunterricht in den ersten beiden Grundschulklassen finanziell zu forcieren und gleichzeitig die Anzahl der Sportstunden zu streichen. Von wöchentlich drei Sportstunden habe man sich weit entfernt. Die GEW-Kommission fordert daher, den Schulen auch für einen Sportförderunterricht zusätzliche Lehrerstunden zur Verfügung zu stellen. Um Kindern frühzeitig Spaß am Sport zu vermitteln, müsse auch die tägliche Bewegungserziehung in Kindergärten Einzug halten. Deshalb müsse diese Richtung auch an den Fachschulen für Erzieher intensiviert werden.

    Die Gewerkschaftler sehen in der geplanten Einrichtung von 500 neuen Ganztagsschulen eine große Chance, den Sport nachmittags in das schulische Geschehen einzubinden. Eine Zusammenarbeit mit fachkompetenten Trainern und Übungsleitern aus den Sportverbänden und Sportvereinen könne dabei als Ergänzungsmöglichkeit sehr hilfreich sein.

    Darüber hinaus wird erneut eine Gleichstellung des Faches Sport mit anderen Fächern bei mündlichen Leistungsüberprüfungen im Sekundarbereich I postuliert. Nach wie vor sei Sport das einzige Fach, wo mündliche Prüfungen nicht stattfinden dürfen. Selbst im Wahlpflichtbereich seien keine mündlichen Prüfungen möglich. Es wird auch eine Änderung von Normen beim Bau von Sporthallen und Schwimmbädern angemahnt. Der Spitzensport setze sich zu sehr durch. Breitensportliche Gesichtspunkte würden kaum berücksichtigt.


     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     

     

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