GEW-Sportkommision
..Was ist die GEW-Sportkommission?
..Landesverband Niedersachsen
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Spoko Niedersachsen
 

 
 
 
Bericht von der Jahrestagung der Sportkommission der GEW Niedersachsen vom 12.12.02 in Hildesheim (KSB Himmelsthür) von 09.30 Uhr bis 16.30 Uhr
Teilnehmer:
Günter Schütte (Wolfsburg) Günter Bade (Bad Nenndorf) Ulrich Kastaun (Stelle-Ashausen) Jürgen Meyer (Winsen/L.) Christian Caspers (Hannover) Max Bönisch (Echte) Heini Pohl (Bad Salzdetfurth)  Nina Pieper-Bagehorn (Langenhagen) Matthias Rehse (Hildesheim-Itzum)  Barbara Kubatz (Hildesheim)  Andrea Pohl  (Bad Salzdetfurth)  Henryk Urban (Hannover)

Der 1. Vorsitzende Heinrich Pohl begrüßte alle Teilnehmer. Er ließ Prof. Dr. Peiffer entschuldigen, der noch gern nachreisen wollte, aber aus Termingründen nun doch nicht an der Tagung teilnehmen werde. Auch andere Mitglieder der Spoko ließen sich wegen Terminüberschneidung entschuldigen.

Die Deligierten mussten feststellen, dass das Image des Schulsport angeknackst ist, obwohl alle Krankenkassen, Ärztevereinigungen, der LSB, Experten und viele andere Autoren auf die Misere (Haltungsschäden, Konzentrationsschwächen) immer wieder hingewiesen haben. Die Sportkommission zieht Resümee: Alle fordern mehr Schulsport. Es ändert sich trotzdem nichts. Im Gegenteil: Der Stellenwert des Schulsports sinkt.

TOP 1 zur Pisa-Studie
GEW Sportkommission bedauert die Nichtberücksichtigung des Schulsports bzw. der Bewegungserziehung aus den Konsequenzen der PISA-Studie .
Ministerpräsident Gabriel erteilt dem Schulsport eine Abfuhr, denn die Wiedereinführung der 3. Sportstunde wird es nicht geben. Die Spoko befürchtet, dass durch die Einführung der Selbstständigkeit und der Gestaltungsfreiheit der Schulen der Schulsport und die Bewegungserziehung noch weiter an Stellenwert verlieren wird. 

Die Konsequenz aus der Pisa-Studie darf nicht nur die Förderung von Leseschreibschwächen und Diskalkulie sein , sondern es muss die ganzheitliche Erziehung berücksichtigt werden. Der Bedeutung des Sports, der Bewegungserziehung ("im gesunden Körper steckt eingesunder Geist") sollte erheblich mehr Beachtung finden.
- Durch Bewegung profitieren Gedächtnis, Lernvermögen und Kreativität. Eine bessere Aufnahmefähigkeit und ein klarer Kopf machen sich positiv bemerkbar. Es wird Angst abgebaut.
- Sportlehrer/Innen sind bereit, den Sportunterricht in Projekte (z. B. Hygiene,) mit einzubinden. Es wird zum Teil fachübergreifend unterrichtet. Es findet Gewalt- und Suchtprävention statt. Die Kinder werden gegen Drogen stark gemacht und vieles mehr. Deshalb ist motorisches Lernen ein weiterer Grund, Voraussetzungen zu schaffen, um im kognitiven Bereich Erfolge zu erzielen. 
 

- Ohne Bewegung kein Lernen. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass jemand, der eine schlechte räumliche Orientierung hat, auch Probleme im Mathematikunterricht hat. Bei einer schlechten Orientierung und bei einem schlechten Gleichgewichtsgefühl werden die kognitiven Leistungen behindert. Körperliche Defizite haben oft zur Folge, dass auch die geistige Entwicklungen zurück bleibt. Die Überkreuzbewegungen (Kinesiologie) sind für die Gesamtentwicklung des heranwachsenden Menschen von großer Bedeutung.

- Die Notwendigkeit eines hochwertigen Sportunterrichts von wöchentlich mindestens 3 Stunden wird leider von der Hysterie um die PISA-Ergebnisse überdeckt. Die Landesregierung forciert finanziell den Förderunterricht in den ersten beiden GS-Klassen und streicht gleichzeitig die Anzahl der Sportstunden.

Man wolle nachfragen, ob bei den Siegerländern der Studie die Bewegungserziehung einen höheren Stellenwert hat als bei uns.

TOP 2 zum Sportförderunterricht
Herr Pohl berichtet, dass er für die Spoko eine Stellungnahme zu den Rahmenrichtlinien abgegeben hat. In diesem Bericht gab er folgenden Zusatz:
„Sportförderuntericht findet so an vielen Schulen nicht statt, weil es das Stundenkontingent der Schule nicht hergibt. Die Forderung der GEW- Sportkommission lautet daher, den Schulen auch für Sportförderuntericht zusätzlich Lehrerstunden zur Verfügung zu stellen.“ Die Spoko fordert, dass die Zusatzqualifikation in die Prüfungsordnung verankert werden müsste, damit alle Studierenden in der Lage sind, Sportförderunterricht zu erteilen.

TOP 3 zum Primarsport
Die GEW Sportkommission weist auf die Wichtigkeit hin, Kindern frühzeitig Spaß am Sport und evtl.an lebenslanger Bewegung zu vermitteln. Deshalb muss auch unbedingt die tägliche Bewegungserziehung (hier insbesondere eine Verbesserung und Intensivierung des Bewegungsangebotes im Elemetarbereich) in Kindergärten Einzug finden. Deshalb auch die Forderung der Spoko, die Bewegungserziehung, bzw. den Sport an den Fachschulen für Erzieher/Innen zu intensivieren, damit im Primärbereich qualifizierte Bewegungserziehung erteilt werden kann.

TOP 4 zu den Ganztagsschulen
Eine große Chance sieht die GEW- Spoko in der geplanten Einrichtung von 500 neuen Ganztagsschulen, die nach englischem Vorbild eine viel größere Möglichkeit bietet, den Sport nachmittags in das schulische Geschehen einzubinden. Zusammenarbeit mit fachkompeteten Trainern und Übungsleitern aus den Sportverbänden und Sportvereinen könne dabei sehr hilfreich sein. Dies darf, wie auch bei den Kooperationsmaßnahmen, nur ein Ergänzungsprogramm zum Schulsport sein

TOP 5 zur Arbeitsbelastung
Die GEW Sportkommission weist darauf hin, dass heute in manchen Bereichen ein deutliches Ungleichgewicht in der Arbeitsbelastung zwischen Sportlehrern und Lehrkräften anderer Fächer bestehe. So seien Sportlehrer zeitlich, physisch und psychisch wesentlich höher belastet als Lehrer in den Fächern Mathematik, Deutsch und Geschichte. Auch die höhere Verantwortung hinsichtlich der körperlichen Unversehrtheit der Schüler/Innen sollte hier betont werden. Eine hohe Kompetenz beim Konfliktlösen wird im Sportunterricht abverlangt und hat einen viel höheren Anteil als im anderen Unterricht."Das hat natürlich in erster Linie mit dem völlig anderen Ordnungsrahmen zu tun!." Pohl: "Es hat doch Ursachen, warum immer mehr ältere Sportkollegen/Innen weniger Sportunterricht wollen."
Weitere andere Belastungen in einem langen Paper aufzuzählen lehnt die Spoko Niedersachsen ab.

TOP 6 Fitness von Grundschulkindern
Heinrich Pohl verweist auf die Studie des Sportpädagogen Professor Jürgen Court (Erfurt), der festgestellt hat, dass Zehnjährige bei einem sechsminütigem Dauerlauf heute 150 Meter weniger schaffen als vor 20 Jahren. Beim Jump-Test der Krankenkassen sprangen Zehnjährige im Jahre 1964 1,71 Meter weit, heute nur noch 1,16 Meter. Insgesamt habe sich, so Prof. Court, die körperliche Fitness der Kinder zwischen sechs und elf Jahren um 13 Prozent verschlechtert. (Mens sana in corpore sano) – arme Krankenkassen!

TOP 7 zur Leistungsüberprüfung im SEK I Bereich
Noch immer fordert die Spoko die Gleichstellung des Faches Sport mit den anderen Fächern bei mündlichen Leistungsüberprüfung im SEK I Bereich. Nach wie vor ist das Fach Sport das einizge Fach, in dem mündliche Prüfungen nicht stattfinden dürfen. Selbst im Wahlpflichtbereich, wo der theoretische Anteil im Sport sehr hoch ist, kann keine mündliche Prüfung stattfinden. Herr Pohl zitiert Herrn Dr. Wewer (Staatssekretär im Kumi), der uns mitteilt, dass man die Untersuchung des Landes Brandenburg abwarten wolle. Inzwischen ist diese Untersuchung bereits seit 2 Jahren abgeschlossen. Nach Auskunft des Landes Brandenburg interessiert sich niemand für die 60-seitige Synopse. Man wird nun abwarten, wie Herr Dr. Wewer darauf reagiert. Herr Pohl wird dann die Kommission informieren.

TOP 8 zum Sportstättenbau
Der Bau von Sporthallen und Schwimmbädern wird den Anforderungen des modernen Sportunterrichts nicht gerecht. Der Spitzensport setzt sich durch. So werden Rahmen für Fun-Sportarten nicht berücksichtigt, andere Hallengeräte finden keinen Einzug. Die Spoko fordert, dass sich die Normen ändern müssen.
 

TOP 9 zu den neuen Bundesjugendspielen
Hier wurde bemängelt, dass die Wertungstabelle sehr fehlerhaft ist. Bisher stellte man über 80 Fehler (z.T. falsche Berechnung, Druckfehler etc.) fest. Beim Turnen ist die Punktzahl zum Erreichen einer Urkunde nicht zu erreichen. Ein Mitglied unserer Sportkommission (Ulf Gebken) hat hierzu einen Beitrag in der Sportpädagogik 4/2002 „Nach fest kommt ab- die neuen Bundesjugendspiele auf dem Prüfstand“ veröffentlicht.

TOP  Allgemeines
Um auf den Tagungen auch schulformspezifische Probleme zu erörtern  möchte man Ansprechpartner haben. Folgende Personen stellten sich bereits zur Verfügung:
Primar/GS: Barbara Kubatz und Andrea Pohl
SEK I : Heinrich Pohl
SEK II

Berufsschulen: Ulrich Kastaun und Jürgen Meyer
Uni/Studenten: Prof. Dr. Lorenz Peiffer
Gesucht wird also noch ein Ansprechpartner für den SEK II Bereich.

Es soll im Herbst eine Folgelehrgang zum Thema „Klettern in der Schule angeboten werden. Hier sollen die Anfänge des Kletterns Schwerpunkt sein.

Herr Pohl weist noch einmal auf die e-Mail Anschrift der Bundessportkommission hin, unter der auch jetzt Beiträge von Niedersachsen erscheinen werden.
www.GEW-Sportkommission.de

Am 12.12.02 nahm eine Auswahl des Landes am Fußballturnier in Koblenz teil. Die Spoko des Bundes stellte auch eine Mannschaft.

Im Jahr 2004 wird es europaweit das „Jahr des Sports“ geben. Hier sind wir gefordert, eine Großveranstaltung durchzuführen. Herr Pohl wird Ausschau halten, woher er finanzielle Unterstützung bekommen kann.

Herr Pohl berichtet, dass Forschungsinstitute beauftragt werden können, in Deutschland die Situation des Schulsport zu untersuchen.

Frau Pohl berichtet über das Lehrgangsangebot der Sportjugend „GO Sports“ in Hannover Garbsen. Hier werden sehr breit gefächert Einblicke in die unterschiedlichsten Sportarten-Möglichkeiten geboten – von Bewegungsgeschichten über Bauchtanz und Klettern bis hin zur Erarbeitung von Video-Clips mit aktuellen Tänzen und Hip-Hop.
 

f.d.R.
Andrea Pohl 
(Schriftwartin)


 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 

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