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Entschulung des Schulsports?
GEW Sportkommission Niedersachsen
tagte in Hildesheim
Schwimmen macht Spaß,
ist gesund und gut für das Selbstbewusstsein und soll sogar schlau
machen. Dies müsste der Renner in den Schulen sein, doch in manchen
Schulen steht dieser Sport nicht einmal auf dem Stundenplan - und wenn
doch, so wird der Schwimmunterricht zu 49 Prozent von fachfremdem Personal
erteilt, also von Lehrern, die keine entsprechende Ausbildung haben.
Dies soll sich mit Hilfe
der GEW- Sportkommission Niedersachsen ändern.
Am 18.04.2007 fand die Jahrestagung
dieses Verbands in Hildesheim statt.
Immer weniger Studenten/Innen
studieren das Fach Sport. In diesem Semester waren es nur 50, zuvor waren
es immer 90. Gründe für diesen Schwund könnten verschärfte
Auflagen für Studienanfänger sein, z.B. die vorgeschriebene Fächerkombination
(z.B. Sport/Mathe). Es mangelt an Verzahnung zwischen den verschiedenen
Ministerien und den Universitäten. Die Sportkommission fordert, dass
in Niedersachsen endlich eine einheitliche Ausbildung stattfindet. Sie
ist reformbedürftig und sollte auch Richtlinienadäquat durchgeführt
werden. Sie muss u.a. auch an den Bedürfnissen des Schulsports orientiert
sein.
Es gibt immer mehr Nichtschwimmer,
und in vielen Grundschulen, steht der Schwimmunterricht zwar auf
dem Stundenplan, fällt aber entweder aus oder wird von nicht ausgebildeten
Lehrern unterrichtet. Schulen, die ortsansässige Lehrschwimmbecken
besitzen, können sogar Schwimmunterricht für alle Klassen anbieten.
Andere Schulen können in den Wintermonaten keinen Schwimmunterricht
erteilen, weil die Schulträger nicht mehr bereit sind, die steigenden
Transportkosten zu übernehmen, oder die Lehrschwimmbecken ausgebucht
sind. Herr Pohl berichtet, dass die verantwortlichen Politiker im Hildesheimer
Raum in Kenntnis gesetzt worden sind. Eine Zusammenarbeit zwischen den
einzelnen Schulträgern findet aber leider nur teilweise statt.
Der Nds. Schwimmverband
will dem nun durch Frau Brons –von den Driesch entgegensteuern und mehr
für den Schwimmunterricht tun. Sie hat schon viele Maßnahmen
geplant. Unter anderem ist vorgesehen, das Bremer Modell (Schwimmmeister
übernehmen den Schulsportschwimmunterricht) in einer noch nicht bekannten
Region versuchsweise nachzuahmen, welches jedoch die GEW- Sportkommission
kategorisch ablehnt, da sie niemals Arbeitsplatz vernichtende Maßnahmen
unterstützen würde.
Bis Ende des laufenden S
chuljahres müssen schuleigene
Arbeitspläne erstellt werden. Fest steht jedenfalls, dass es im SEK
I Bereich keine Trennung nach Schulformen gibt. Die Spoko bemängelt,
dass die Universitäten bei der Erstellung des Kerncurriculums nicht
beteiligt waren. Es ist erschreckend, dass der neue Erlass vom Januar 2005
„Bestimmungen für den Schulsport“ immer noch nicht korrigiert worden
ist. Dort steht nach wie vor „Grundsätze“ obwohl es „Bestimmungen“
heißen müsste. Selbst in diesem Erlass werden noch die Grundsätze
für den Schulsport zitiert, die aber für die Grundschule nicht
mehr relevant sind. Ein heikles Durcheinander.
In Niedersachsen läuft
an 10 Schulen als Modelversuch das Pilotprojekt: „Boxen in der Schule“.
Prof. Dr. Peiffer berichtet, dass die Uni Hannover dieses Modellprojekt
wissenschaftlich begleiten wollte, es aber letztlich aus finanziellen Gründen
doch ablehnen musste. Die GEW-Spoko befürwortet es grundsätzlich,
dass viele Verteidigungssportarten im Schulsport durchgeführt werden.
Ab 2007/2008 soll nun angeblich
endlich der gesamte Schulsport in Niedersachsen über das Kultusministerium
organisiert werden. Obwohl die Fachberater mit zusätzlichen Aufgaben
belastet werden, sind Kürzungen bei den Verlagerungsstunden beschlossene
Sache. Immer wieder hört man, wie wichtig es ist, früh mit der
Bewegungserziehung zu beginnen, aber leider hat sich an der Ausbildung
für Erzieher nichts verändert.
Erfreulich ist jedoch, dass
die Landesschulbehörde Abtl. Hannover wieder Ferienanfängerschwimmkurse
finanziell unterstützt.
Protokoll
der Sitzung
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