GEW-Sportkommision
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Situation des Schulsports
aus der Sicht der GEW- Sportkommission

Die dritte Sportstunde an allen Schulen in allen Bundesländern bleibt ein Wunschtraum,  in vielen Bundesländern wird er häufig 2-stündig erteilt. Die dritte Sportstunde wird sehr oft  in Kooperation mit anderen sogenannten "weichen" Fächern (neben Sport ist dies Musik, Bildende Kunst, EthiklReligion) verknüpft.  An Gymnasien dominieren die "harten" Fächer wie Deutsch, Mathematik, Fremdsprachen.  Sie haben bei allen Beteiligten und bei der Unterrichtsversorgung absolute Priorität!  An Berufsschulen läuft der Sportunterricht unter ferner liefen und kommt in der Regel eher  nicht vor.

Alle Bemühungen von LehrerInnen, Gewerkschaften, Lehrerverbände, Eltern/Schülervertretungen, der Wissenschaft, Sportärzten, den Krankenkassen, der Aktionsbündnisse Schulsport auf Bundes- und Landesebenen haben hier nur Dämme gegen weitere Verschlechterungen errichten können!

Problematisch wird es, wenn wir uns den "Istwert" des erteilten Sportunterricht anschauen. Trauriges Schlusslicht in allen Schularten ist hier Saarland mit nur 66%! (Siehe Drucksache 14/3491 Bayrischer Landtag 14. Wahlperiode).
Die eher quantitative Forderung - drei Stunden Sport für alle jungen Menschen in allen Schularten - sagt aber noch nichts über die Qualität von Schulsport aus!
In allen Lehrplänen sind genügend Anregungen und Hinweise für neue Formen von Sportunterricht und Möglichkeiten zur Umsetzung gegeben, das ist nicht das Problem - das Problem sind die Rahmenbedingungen die von den politisch Verantwortlichen geschaffen werden - im Gegenteil sie verschlechtern sich zusehends.

Sportunterricht hat ja nicht (nur) die Aufgabe, gesellschaftliche Versäumnisse (Bewegungsmangel, Fehler in der Gesundheitserziehung, im Umgang miteinander...) zu kompensieren, Sportunterricht muss visionär sein. Dies kann in vielfacher Hinsicht umgesetzt werden, Sportunterricht kann neue Bewegungswelten erschließen, Basis- und Schlüsselqualifikationen vermitteln, integrieren, kompensieren und einfach Spaß machen. Bei der Verwirklichung von diesem Ziel sind wir noch eine weite Strecke vom Ziel entfernt. Hier stimmt Anspruch und Wirklichkeit nicht überein.

Zum "Leitbild der bewegten Schule" ist für uns klar: Bewegte Schule ist mehr als eine Schule und deren Kinder, in der sich viel bewegt. Es muss eine Schule sein, in der etwas bewegt wird- nämlich im Sinne einer (sich) veränderten Schule.

Die tägliche Bewegungszeit in allen Schularten bleibt immer noch ein Wunschtraum, sie wird sehr oft als Ersatz für nicht erteilten Sportunterricht verwendet. Erste hoffnungsvolle Ansätze in der Primarstufe können nicht darüber hinwegtäuschen, dass insgesamt noch wenig "Bewegung" an unseren Schulen ist.

Fazit: Dem (Schul )-Sport wird eigentlich eine hohe gesellschaftliche Bedeutung zugemessen. Dies kommt immer dann zum Ausdruck, wenn deutsche Sportler/Innen bei internationalen Großereignissen nicht die erhofften Spitzenleistungen erbringen. (Siehe Olympiade in Sydney)

Dann wird der Ruf u.a. nach besserem Schulsport laut, dann werden Forderungen gestellt, Lösungsvorschläge gemacht, die Verbesserungen der Rahmenbedingungen in Aussicht gestellt.

Grundlegende Änderungen der Rahmenbedingungen sind nicht oder nur in ganz wenigen Teilbereichen z.B. bei den Sportförderschulen erfolgt.

Das Fach Sport hat aber nie jene Wertigkeit, auch in den Augen der Öffentlichkeit erhalten, das im eigentlich auf Grund seiner Möglichkeiten - "Lernen mit Kopf, Herz, Verstand - und seinen vielen Inhalten und die positiven Auswirkungen auf Schule, Gesellschaft und auf jeden Einzelnen zustehen müsste.

Siegfried Eith
GEW Sportkommission (2001)

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