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Schulsportstudie - Sportunterricht in Deutschland

Neue Herausforderungen an den Schulsport

Die ersten Ergebnisse der nationalen Schulsportuntersuchung aus sieben Bundesländern
(Stichprobe: 9000 Schülerinnen und Schüler, 4400 Eltern,1100 Sportlehrkräfte, 200 Schulleiterinnen und Schulleiter) wurden Ende des Jahres 2004 präsentiert:

  • Derzeit ist jedes 6. Kind übergewichtig mit gravierenden Folgen für die individuelle Entwicklung.
  • Die wachsende körperliche Inaktivität der Kinder ist mit einem Rückgang der körperlichen Fitness und der motorischen Leistungsfähigkeit verbunden.
  • Von den drei vorgesehenen Sportstunden werden - bei Variation zwischen den Schulformen-durchschnittlich 2,2 Stunden erteilt.
  • Jede 5. Lehrkraft, die im Sportunterricht eingesetzt wird, unterrichtet fachfremd.
  • In der Grundschule beträgt der Anteil 50 %.
  • Die Sportlehrerschaft ist überaltert( Durchschnittsalter: 44 Jahre). Die Sportlehrer und Sportlehrerinnen werden als Person und Sportexperten aus der Sicht der Schüler, Schulleiter und der Eltern positiv bewertet. 
  • Drei Viertel der Schüler gehen gern zum Sportunterricht. Die Schüler wollen sich anstrengen, ihre Leistungen gewürdigt sehen und Neues lernen.
  • Schulleiter schätzen den Sport vor allem, weil er zur positiven Außendarstellung der Schule beiträgt.
  • Mehr als 80 % der Eltern betonen die Bedeutung des Sportunterrichts für die Entwicklung der Kinder. 80 % der Schulen bieten Sport AGs an, die von 16% der Kinder wahrgenommen werden.
Vor dem Hintergrund dieser „PISA-Studie“ im Bereich Sport müssen wir im Land Brandenburg an die für Schulsport Verantwortung tragenden Personen in Schule, Verwaltung und Politik appellieren und einfordern, die bisherigen Bemühungen um eine weitere Verbesserung des Schulsports im Lande fortzusetzen und zu verstärken.

Das Aktionsbündnis für den Schulsport im Land Brandenburg begrüßt es sehr, dass in Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern länderübergreifend Rahmenlehrpläne für das Fach Sport in der Grundschule entwickelt wurden.

Der neue Rahmenlehrplan Sport für die Grundschule ist nach unserer Auffassung aber nur ein „ Rahmenplan“, der durch seine offene Gestaltung der Ziele und Inhalte zwar den Schulen große Gestaltungsvielfalt einräumt, eine Vergleichbarkeit der Bildungs- und Erziehungsergebnisse im Fach Sport zwischen den Grundschulen des Landes jedoch nicht bzw. kaum ermöglicht und somit wenig zu einer Qualitätsverbesserung im Schulsport beitragen kann.

Die Ziele des Sportunterrichts sind nicht eindeutig formuliert, die Bildungsstandards für die Klassenstufen 4-6 sehr allgemein gefasst. Die vorgesehenen sieben Themenfelder berücksichtigen grundlegende Bewegungsfertigkeiten der Kinder in der Primarstufe, es fehlen aber konkrete verbindliche Aussagen zur inhaltlichen und zeitlichen Umsetzung. Die zu erlernenden sportlichen Fertigkeiten sind unzureichend beschrieben.
Das Aktionsbündnis Schulsport begrüßt daher sehr, dass für die tägliche Unterrichtsarbeit der Sportlehrkräfte eine Handreichung zur Umsetzung des vorliegenden Rahmenlehrplanes Sport entwickelt wurde. In dieser Handreichung wird der Beitrag des Faches Sport zur Bildung und Erziehung in der Grundschule eindeutig formuliert.

Im Mittelpunkt des Sportunterrichts stehen folgende Ziele und Aufgaben:

  • die Entwicklungsförderung der organischen, motorischen und der sensorischen Leistungsfähigkeit sowie die Entfaltung vor allem der koordinativen und der konditionellen Fähigkeiten, der Beweglichkeit und der Körperhaltung,
  • die Entwicklung der Verbesserung der Handlungsfähigkeit im Sport, der praktischen Teilnahme an der Sportkultur unter mehrperspektivischer pädagogischer Sicht.
Die Schülerinnen und Schüler erleben die gesundheitsfördernde Wirkung von Bewegung, Spiel und Sport, sie erfahren die Reaktionen ihres Körpers und ihre Befindlichkeit in Belastungs- und Entlastungssituationen. Der Sportunterricht nutzt die Möglichkeiten von Bewegung ,Spiel und Sport zur Entwicklung von Sach-, Methoden-, Sozial- und Personalkompetenz.

Entsprechend dem Sprichwort“ Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr“ ist das beste motorische Lernalter im Grundschulalter. 
Der natürliche Bewegungsdrang der Schülerinnen und Schüler muss genutzt werden, um sowohl koordinative Fähigkeiten und möglichst auch vielfältige sportmotorische Fertigkeiten auf altersadäquatem Anforderungsniveau zu erlernen. Dies muss durch eine vielfältige Schulung von Fähigkeiten wie lokomotorische Schnelligkeit,Aktionsschnelligkeit,Reaktionsfähigkeit,Koordination unter Zeitdruck ,Gewandtheit, Balance oder Kopplung von Teilbewegungen zu komplexen Abläufen gewährleistet werden. Dabei müssen Einschränkungen in der Bewegungsgenauigkeit akzeptiert werden, da die kinästhetischen Analysatoren sich erst am Ende der Grundschulzeit voll entfalten.
In der Handreichung werden von den Autoren für fünf verbindliche Themenfelder:

  • Spielen- Spiele
  • Laufen, Springen, Werfen- Leichtathletik
  • Bewegungskünste, Gymnastik, Tanz
  • Bewegen an Geräten- Turnen
  • Bewegen im Wasser-Schwimmen
Bildungsstandards für die Jahrgangsstufen 2,4 und 6 beschrieben.

Sie dienen zur Orientierung für die Unterrichtsgestaltung und ihrer Ergebnissicherung.
Die Handreichung gibt wesentliche Hinweise, wie die körperlich-sportliche Grundbildung in der Grundschule gestaltet werden kann und unterbreitet den Fachkonferenzen Sport einen Vorschlag zur Jahresstundenverteilung.
Das Aktionsbündnis Schulsport veranstaltet zum Rahmenlehrplan Sport und zur Handreichung am 12. März 2005 in Potsdam eine Schulsportkonferenz zur Thematik:
Sportunterricht in der Grundschule (Planung- Gestaltung- Auswertung). 

Literatur:
1.Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg :Rahmenlehrplan Grundschule Sport .1. Auflage 2004
2. Wolf-Dietrich Brettschneider: Sportunterricht in Deutschland-erste Ergebnisse der SPRINT-Studie.Berlin,13.Dezember 2004
 
 
AG Sport
Prof. Dr. Christa Helmke
Vorsitzende Aktionsbündnis Schulsport
im Land Brandenburg

 
 
 

 


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